Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
Abstract
Mit der russischen Annexion der Krim im März 2014 ist die Halbinsel in den Fokus der
deutschsprachigen Öffentlichkeit gerückt. Dadurch wurde deutlich, dass selbst historisch
Interessierte oft nur wenig über die Vergangenheit der Halbinsel wissen. Diese Lücke soll das
vorliegende Buch, das die Geschichte der Krim von der Antike bis zu den jüngsten
Ereignissen abdeckt, schließen.
Die komplexe Geschichte der multiethnischen und plurireligiösen Krim behandelt die
international anerkannte Krim-Expertin Kerstin S. Jobst nicht nur aus politischer Sicht. Sie
geht ebenso auf die vielfältigen kulturhistorischen Verflechtungen ein. So werden in dem
vorliegenden Buch sowohl Mythen und Legenden über die Krim vorgestellt, einschließlich
des der deutschsprachigen Leserschaft vertrauten "Iphigenie"-Motivs, als auch die
verschiedenen Völker behandelt, für welche die Krim einen Siedlungs- und Transitraum
darstellte und welche das Schicksal der Halbinsel gestalteten. Dazu zählten griechische
Kolonisten, eurasische Reitervölker, Krimtataren und andere. Die Autorin zeigt die
Bedeutung der Krim als Ort des Frühchristentums, aber auch als Kontaktzone zwischen
verschiedenen Religionen Christentum, Judentum und Islam. Zudem betont sie die Rolle
der Halbinsel als peripherer Raum verschiedener Großmächte des Römischen Reichs,
Byzanz`, der Goldenen Horde, des Osmanischen und des Russländischen Reiches. Mit diesem
Überblick über 2000 Jahre Geschichte der Krim stellt die Autorin Kerstin S. Jobst die jüngsten
Ereignisse auf der Halbinsel in ihren historischen Kontext und zeigt auf, wie seit der ersten
russischen Annexion 1783 die Krim für die überwiegende Zahl der RussInnen zu einem hoch
emotionalisierten Ort geworden ist.