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Juden im Varieté zwischen Monarchie und Amerika um 1900

Jews in Vaudevilles between the Monarchy and the US ca. 1900

Susanne Korbel (ORCID: 0000-0003-0993-4304)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB712
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (30%); Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (20%)

Keywords

    Jews, Popular Entertainment, Fin-De-Siècle, Vienna, Budapest, New York

Abstract

Die Monographie Auf die Tour gibt Einblick in die Teilhabe von Jüdinnen und Juden an der populären Kultur um 1900. Aus globaler Perspektive vergleicht Auf die Tour, wie Jüdinnen und Juden gemeinsam mit Nichtjüdinnen und Nichtjuden in Wien, Budapest und New York in Singspielhallen, Kabaretts und Varietés auftraten. Aus globaler Perspektive wird gefragt, welchen Einfluss Mobilität auf diese Auftritte und die populäre Kultur hatte. Die um1900aufkommende populäre Massenkultur unddie zeitgleiche Massenmigrationsbewegung beeinflussten einander und konstituierten besondere Rahmenbedingungen für jüdisch-nichtjüdische Begegnungen. Eine neue Qualität an Mobilität verband Wien, Budapest und New York und prägte die Gesellschaften. Diese Mobilität spiegelte sich in der populären Kultur wider: Mobilität wurde von den Künstler*innen aufgriffen und determinierte ebenso die Diskurse um die populäre Kultur. Die Mobilität bot Möglichkeiten etwa Vorurteile, Antisemitismus, Nationalismus oder die Grenzen von Geschlechtern zu diskutieren , brachte der populären Kultur aber auch Vorwürfe und Unterstellungen ein, wie, dass sie als Deckmantel für geheime Prostitution diente oder der Untergang für hohe Kultur war. Wegen ihrer gegenseitigen Beeinflussung, so das Argument, müssen populäre Kultur und Mobilität gemeinsam betrachtet werden. Auf die Tour positioniert sich daher zwischen den Forschungsfeldern globale Geschichte, Migrationsforschung, Gender Studies und Kulturwissenschaften. Ziel ist es, die populäre Kultur als jüdisch-nichtjüdisches Interaktionsfeld zu untersuchen und durch transdisziplinäre Fragestellungen Aufschlüsse über die Vielfalt interethnischer Kontakte in der alltäglichen Unterhaltungskultur zu gewinnen. Durch die Linse konzeptioneller Überlegungen zu Identifikationen, Ähnlichkeit, Gender und der Kategorie Raum werden folgende Fragestellungen beleuchtet: Wie interagierten Jüdinnen und Juden mit Nichtjüdinnen und Nichtjuden in der populären Kultur in und zwischen den Metropolen Wien, Budapest und New York? Welche Aufschlüsse über jüdisch-nichtjüdische Beziehungen können daraus gewonnen werden? Auf welchen Ebenen beeinflusste Migration und Mobilität populäre Kultur? Wie waren Künstler*innen und die Szene mobil? Wie wirkte sich Mobilität auf die Aufführungspraxis und die Lieder und Theaterstücke aus? Welche Rückschlüsse auf Identifikationen und Genderzuschreibungen sind zulässig?

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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