Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (20%)
Keywords
Urban History,
Environmental History,
Urban Metabolism,
Urbanising Nature,
Socionatural Impact
Abstract
Das Buch versucht zwei Bereiche der geschichtswissenschaftlichen Forschung miteinander zu
verbinden Stadtgeschichte und Umweltgeschichte. Thema sind die langfristigen
Veränderungen städtischer Umwelt im 18. und 19. Jahrhundert, was am Beispiel der Stadt Linz
(Oberösterreich) untersucht wird. Mit ca. 12.000 Einwohner/innen um 1700 und ca. 50.000
Einwohner/innen um 1900 kann man Linz zu einer mittelgroßen Stadt zählen, was auch die
Einbeziehung bislang noch selten verwendeter Quellen ermöglich.
Noch ist zu den langfristigen Veränderungen städtischer Umwelt vor dem 20. Jahrhundert
wenig bekannt die meisten geschichtswissenschaftlichen Studien haben sich auf einzelne
Umweltthemen (z.B. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Umweltbe lastungen und
Hygiene) konzentriert und sich mehrheitlich für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, die
Hochphase der Urbanisierung und Industrialisierung in Mittel - und Westeuropa und auch eher
für Großstädte interessiert.
Das Buch nimmt eine breite und systematische Perspektive ein und ist in drei Hauptteile
gegliedert: Betrachtet werden 1) der Stoffwechsel (Metabolismus) der Stadt in den Bereichen
Wasser, Energie und Material, 2) städtische und stadtnahe Natur wie die Donau und
Grünräume sowie 3) der Einfluss von naturbedingten Krisen (Seuchen, Hungersnöte und
Naturgefahren) auf das städtische Alltagsleben. Dabei wird stark nach den Akteuren und
derem Handeln gefragt.
Die Ergebnisse der Untersuchung deuten trotz grundlegender Veränderungen auf wesentliche
Kontinuitäten in zahlreiche Bereichen städtischer Umwelt hin. Viele umweltbezogene
Entscheidungen blieben ökonomisch geprägt, viele Maßnahmen etwa bei Epidemien und
Naturgefahren waren waren noch im ausgehenden 19. Jahrhundert reaktiv. Stark verändert
haben sich aber die Akteure: Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Stadtverwaltung
zunehmend gestalterisch aktiv und sie besaß dazu aufgrund der gestiegenen
Steuereinnahmen auch größere finanzielle Mittel.