Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)
Keywords
Literature,
National Socialism,
Austria,
Censorship,
Societies,
Anthologies
Abstract
Nach den Bänden über die Bundesländer bzw. Reichsgaue Steiermark, Kärnten,
Oberösterreich/Oberdonau und Wien konzentriert sich der fünfte Band des
Grundlagenwerks auf jene Rahmenbedingungen des literarischen Schaffens ab 1933, die
im Nationalsozialismus mündeten: Die Autorenschaft wurde mittels Zensur und Förderung
existentiell gespalten in die Integrierten und jene, die zum Verstummen gezwungen bzw.
verfolgt und ausgetrieben wurden, die zivilgesellschaftliche, vielfältig kreative Autonomie
der Vereine wurde vernichtet bzw. zu subsidiären Einrichtungen entkernt und es wurde
versucht, einen neuen Kanon mittels Anthologien zu etablieren. Diese Objektbereiche sind
zentrale Faktoren für die Kontextualisierung literarischer Produktion in dieser Zeit, die vor
allem als Vor- bzw. Nachgeschichte der 2. bzw. 1. Republik Österreichs von signifikanter
Bedeutung ist.
Auf der Basis umfassender Quellen (Archivalien, Druckschriften) versucht dieser Band, im
Sinne von Grundlagenforschung eine wertneutrale, flächendeckende Bestandsaufnahme
zu erarbeiten, der neuartige methodische Ansatz ermöglicht, über die von der
Germanistik bevorzugte Hoch-Literatur das Gesamtspektrum literarischen Handelns in
einem begrenzten Raum und Zeitabschnitt zu beschreiben und in seinen institutionellen
Vernetzungen zu begreifen. Damit wird die Literatur des Nationalsozialismus im Rahmen
einer Mediendiktatur als eigenständiges, intentional geschlossenes System sichtbar.