Regenzeiten, Feuchtgebiete, Körpersäfte
Rainy seasons, wetlands, body fluids
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (90%)
Keywords
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Water,
Ayurveda,
Indian medicine,
Hydrology,
Climatology,
Seasons
Regenzeiten, Feuchtgebiete, Körpersäfte analysiert die Rolle des Wassers in der frühen indischen Medizin anhand ihrer Quellentexte, die großteils im ersten Jahrtausend unserer Zeit entstanden sind. In drei großen Abschnitten erörtert Angermeier die medizinische Relevanz von Umwelt und Klima, die Rolle des Wassers im menschlichen Körper und seine diätetische und medizinische Anwendung. Innerhalb dieser drei Bereiche werden so unterschiedliche Themenfelder wie Wasserkunde, Jahreszeiten, Anatomie und Physiologie, Elemente-Lehren sowie die therapeutische Praxis behandelt und vielschichtige Einblicke in die Geistesgeschichte des frühen Ayurveda geboten. Dabei zeigt sich, dass der frühe Ayurveda Wasser nicht nur im engeren Sinn medizinisch betrachtet, sondern auch ausführlich auf klimatische und ökologische Rahmenbedingungen eingeht, die für ein gesundes und langes Leben von Bedeutung sind. Infolge beinhaltet dieses Buch relevante Aspekte für alle Fachgebiete, die mit Wasser im indischen Subkontinent zu tun haben, von der Geografie bis zur Meteorologie hin. Darüber hinaus sind Darstellungen wie die der Jahreszeiten im Rahmen der Medizin oder die Frage nach dem Verhältnis von Gesundheit zu Verunreinigung von Gewässern auch für ein breiteres Publikum von Interesse. Andere Abschnitte des Buches zeigen klar, dass der Ayurveda entgegen des oft vermittelten Bildes keine statische, von Anbeginn fix definierte Gesundheitslehre ist, sondern gerade in seiner frühen Phase noch im Fluss war und dynamische Entwicklungen durchmachte. Beispielsweise unterscheidet sich die Darstellung des Metabolismus, in dessen Rahmen die Bestandteile des Körpers entstehen, von Werk zu Werk. Es wird sichtbar, wie Konzepte entwickelt, diskutiert, ausgebaut und wieder verworfen oder neu adaptiert werden. Auch die komplexe Situation von Wasser als elementarer Bestandteil verschiedener Ordnungssysteme zeigt deutlich, dass es noch keine abgeschlossene, einheitliche Elemente-Lehre gab, sondern diese Konzepte sowie ihre Anwendung in der Medizin noch in Entwicklung waren. Das Buch beinhaltet außerdem zahlreiche Tabellen und Grafiken, die verschiedene Themenkreise übersichtlich darstellen und dem Leser/der Leserin helfen, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Ausführliche Indices unterstützen bei der Suche nach speziellen Informationen, die nicht direkt aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich sind.