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In Diensten des Afrikanischen Sozialismus

In the Service of African Socialism

Eric Burton (ORCID: 0000-0003-1117-6602)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB777
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)

Keywords

    Globalgeschichte, Entwicklungspolitik, Afrikanischer Sozialismus, Zeitgeschichte, Dekolonisierung, Kalter Krieg

Abstract

Wie sollte Entwicklung gemacht werden? In Diensten des Afrikanischen Sozialismus: Tansania und die globale Entwicklungsarbeit der beiden deutschen Staaten, 1961-1990 wendet sich der Frage zu, wie Entwicklungspolitik und praktiken als Kooperations- und Konfliktfeld zu einem bedeutenden Bestandteil internationaler Beziehungen wurden. In den 1960er Jahren wurde Entwicklung zu einem universalen Ziel und umkämpften Politikfeld im Spannungsverhältnis von Kaltem Krieg, Dekolonisierung und konkurrierenden Sozialismusentwürfen. In diesem Kontext setzte die Regierung Tansanias beim Aufbau eines eigenständigen Afrikanischen Sozialismus auch auf Expertise, Kredite und Stipendien aus kapitalistischen wie kommunistischen Ländern in Ost und West. Diese Unterstützung galt als Notwendigkeit, aber auch als Bedrohung, konnte es sich beim Entwicklungspersonal aus kapitalistischen und kommunistischen Ländern doch immer um trojanische Pferde handeln, die Ziele des Afrikanischen Sozialismus unterliefen. In Diensten des Afrikanischen Sozialismus analysiert mit einem Fokus auf konkrete Akteure und Arenen, wie sich politische Rivalitäten und konkurrierende Ideen tatsächlich in die entwicklungspolitische Praxis übersetzten und welche Mechanismen und persönlichen Motive westdeutsche Entwicklungsexpertinnen, ostdeutsche Regierungsberater oder tansanische Studentinnen in der DDR dazu brachten, an diesen Austauschprozessen teilzunehmen. Durch die umfassende Quellenbasis, die innovative Verschränkung von Archivrecherchen und Oral History sowie den Untersuchungszeitraum werden nicht nur längerfristige Dynamiken sichtbar, sondern auch die Vielfalt der Perspektiven auf Entwicklung als Ziel, Politik und Praxis. Erstmals historisch untersucht werden dabei Handlungsfelder wie die Tätigkeit von Regierungsberatern, die Präsenz von Ost- und Westdeutschen an der Universität Dar es Salaam und das regionale Entwicklungsprogramm TIRDEP, das zu den aufwändigsten bundesdeutschen Projekten in Afrika gehörte. Auf der Grundlage umfangreicher neu erschlossener Aktenbestände in deutschen und tansanischen Archiven sowie über 100 Interviews zeichnet das Buch die Handlungsspielräume in der globalen Entwicklungsarbeit multiperspektivisch über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten nach und zeigt auf, wie visionäre Zukunftsentwürfe in Politik und Alltag immer mehr dem Primat ökonomischer Krisenbewältigung wichen.

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