Historiography and Identity IV: Across Medieval Eurasia
Historiography and Identity IV: Across Medieval Eurasia
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
-
Medieval Historiography,
Construction of identity,
Global Comparion,
Chinese Historiography,
Islamic Historiography,
Byzantium
Dieser Band ist der vierte in einer sechsteiligen Reihe, die Identitätskonstruktionen in der mittelalterlichen Historiographie untersucht. Die Bandbreite reicht von antiken und frühchristlichen Beispielen bis zur volkssprachigen Geschichtsschreibung im spätmittelalterlichen Mittel- und Osteuropa. Die Bände sind das Ergebnis des SFB-Projekts Visions of Community, das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF von 2011 bis 2019 gefördert wurde. Der vorliegende Band erweitert den Schwerpunkt der Reihe, die sich bisher hauptsächlich auf Europa konzentrierte, um eine globale Perspektive. Im Fokus stehen historiographische Kulturen in verschiedenen Makroregionen Eurasiens: China, Japan, Iran, Südarabien, Syrien, Byzanz, Lotharingien und Spanien. Diese breitere, eurasische Perspektive kann zu einem tieferen Verständnis der sehr unterschiedlichen Wege beitragen, auf denen in historiographischen Werken Visionen von Gemeinschaft Visions of Community und Konzepte von Zugehörigkeit kommuniziert, verbreitet und verhandelt wurden. Von dieser breiteren Kontextualisierung ist für Historiker und Historikerinnen, die sich mit dem europäischen Mittelalter beschäftigen, sehr viel zu lernen. Indem wir uns um einen breit angelegten Vergleich bemühen, hoffen wir, den Blick auf die europäische Historiographie zu verändern; zu verstehen, inwiefern sich die frühmittelalterliche lateinische Geschichtsschreibung von anderen Erinnerungskulturen unterscheidet; und möglicherweise bisher unbeachtete Unterströmungen in den vertrauten europäischen Denk- und Interpretationsmustern zu entdecken, die wir erst wahrnehmen können, wenn wir sehen, welch wichtige Rolle sie in anderen historiographischen Kulturen spielten. Darüber hinaus kann eine solche Dezentrierung der europäischen Geschichte helfen, sich der Historiographie in Asien auf ihre eigene Weise zu nähern, ohne europäische Entwicklungen als Maßstab anzusetzen. Das Geflecht von Ähnlichkeiten und Unterschieden ist weitaus komplexer, als durch einfache kulturelle Typologien dargestellt werden kann. Wie der Band zeigt, gab es in allen Makroregionen Eurasiens eine ganze Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten, über die Vergangenheit zu schreiben.