Q 11:9-13 - Den Bittenden wird gegeben (Documenta Q)
Q 11:9-13 - Certainty of the Answer to Prayer (Documenta Q)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (80%); Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)
Keywords
-
New Testament,
Early Christianity,
Source Q,
Jewish Christianity
Als synoptische Evangelien werden die drei Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas bezeichnet. Die Frage, wie die weitgehenden Übereinstimmungen als auch die Abweichungen dieser drei Texte erklärt werden können, wird synoptisches Problem genannt. In der Geschichte der Forschung wurden eine Reihe von Lösungen für dieses Problem vorgeschlagen, und es wird auch aktuell verschiedenen Modellen Plausibilität eingeräumt. Die am häufigsten vertretene und wahrscheinlichste Theorie ist die Zwei-Quellen-Hypothese. Diese nimmt an, dass Matthäus und Lukas unabhängig voneinander zwei Quellen benutzt haben: das Markusevangelium und das sogenannte Spruchevangelium Q. Das Markusevangelium liegt dem Stoff zugrunde, der sich in allen drei Evangelien, die Quelle Q dem Material, das sich darüber hinaus bei Matthäus und Lukas parallel ohne Markusvorlage findet. Dieses Spruchevangelium zu rekonstruieren, sowohl hinsichtlich des Wortlauts als auch hinsichtlich der Reihenfolge der Stoffe, beschäftigt die neutestamentliche Wissenschaft seit rund 200 Jahren. Dabei werden die Texte der Evangelien des Matthäus und Lukas miteinander verglichen, unter Berücksichtigung der redaktionellen Tendenzen dieser beiden Schriftsteller, so wie sie aus deren Bearbeitung des Markusevangeliums erhoben werden können. Redaktionelle Tendenzen meint vor allem bevorzugtes Vokabular, syntaktische und stilistische Eigentümlichkeiten, theologische Schwerpunkte sowie andere schriftstellerische, sozio-kulturelle, rhetorische und narrative Präferenzen. Die Reihe Documenta Q versteht sich als Ergänzung zur im Jahr 2000 erschienenen kritischen Edition des Spruchevangeliums Q. Sie versammelt zu jedem Abschnitt von Q die Forschungsgeschichte der Rekonstruktion von Q. So werden Trends und Vorurteile der Forschung sichtbar, aber auch die vorgebrachten Argumente einfach erfassbar. Auf Basis dieser kritisch gesichteten Argumente wird versucht, ein verantwortungsvolles Urteil hinsichtlich der Rekonstruktion von Q in sogenannten Evaluationen der Herausgeber der Reihe zu fällen. Damit wird der Stand der Forschung reflektiert und zukunftsweisend eine sehr hilfreiche Diskussionsbasis geschaffen. Der Abschnitt Q 11,9-13 (aufgenommen in Mt 7,7-11 und Lk 11,9-13) folgt auf das Vaterunser und stellt so den ersten Kommentar zu diesem Grundgebet des Christentums aus der Zeit der frühesten Kirche dar. Der Text entfaltet die Vaterschaft Gottes einerseits, die Sorge um das tägliche Existenzminimum andererseits. Dabei zeigt sich ein überraschendes Vertrauen in die Vorsorge Gottes. Dieses Vertrauen wurde von frühester Zeit an Gegenstand von Veränderungen hinsichtlich Inhalt und Reichweite, wie schon die Bearbeitung des Q-Textes und das Neue Testament selbst zeigen. Ebenfalls behandelt wird der eher nicht zu Q gehörende Text Lk 11,5- 8, der wahrscheinlich schon in eine hellenistische Umgebung gehört.