Aigeira 3. Forschungen im Bereich des Theaters 2011-2018
Aigeira 3. Research in the area of the theatre 2011-2018
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (10%); Geschichte, Archäologie (90%)
Keywords
-
Aigeira,
Hellenistic,
Theatre,
Architecture,
Naiskoi,
Pottery
Die Theater-Terrasse von Aigeira zählt zu den interessantesten Bauensembles hellenistischer Zeit auf der Peloponnes. Ihre Erforschung bildet einen der Schwerpunkte in der langjährigen Tätigkeit des Österreichischen Archäologischen Institutes in Aigeira. Der durch den FWF geförderte Band Aigeira 3 stellt den Theaterbereich zusammenfassend dar und präsentiert sowohl Erkenntnisse aus und zu den früheren Grabungen von Wilhelm Alzinger als auch Ergebnisse aus den unter der Leitung des Herausgebers erfolgten neuen Forschungen in diesem Areal. Im Vordergrund stehen dabei die zeitliche Einordnung der einzelnen Bauten und ihrer Nutzungsphasen sowie die Frage, ob ein einheitliches Plankonzept existierte. Darüber hinaus wird der bislang ungeklärten Frage nach der Funktion der verschiedenen Gebäude öffentlich, sakral oder multifunktional nachgegangen. Während der langjährigen Forschungstätigkeit W. Alzingers in Aigeira wurden zwischen 1972 und 1988 mehrere kleine, das Theater rahmende Bauten freigelegt, die sogenannten Naiskoi D, E und F. In diesen Bauten fanden sich neben zahlreichen Kleinfunden der berühmte überlebensgroße Kopf einer marmornen Zeus-Statue sowie ein Mosaik mit der Darstellung eines Adlers. Ein unmittelbar östlich des Theaters gelegenes großes Gebäude wurde von Alzinger aufgrund der darin gefundenen Statuenfragmente als jenes Gebäude der Tyche identifiziert, welches von Pausanias in seiner um die Mitte des 2. Jhs.n.Chr. verfassten Beschreibung Griechenlands als eine der Sehenswürdigkeiten von Aigeira erwähnt wird. Nach dem Ende von Alzingers Grabungstätigkeit im Theaterbereich waren einige Ergebnisse unpubliziert und viele Fragen offen geblieben, sodass zwischen 2011 und 2018 die Forschungen in diesem Areal wieder aufgenommen wurden. Diese umfassten neben dem Studium des alten Fundmaterials eine neuerliche Freilegung und detaillierte Dokumentation der Architektur der Naiskoi, bei der auch bislang unberührte Stellen ergraben wurden. Im Zuge dieser Nachgrabungen konnten drei Gebäude (Gebäude AC) identifiziert werden, die bereits 1925 von Otto Walter teilweis e freigelegt, danach jedoch ohne genaue Dokumentation wieder zugeschüttet worden waren. Umfassende Veröffentlichungen zu den historischen Epochen der antiken Stadt Aigeira fehlen bis lang weitgehend. Der Band Aigeira 3 erweitert den derzeitigen Kenntnisstand durch die Präsentation und ganzheitliche Analyse von Primärmaterial. Die hier vorgestellten Ergebnisse bereichern zudem über Aigeira hinaus unser Wissen über die zum Teil nur wenig bekannten historischen Epochen des östlichen Achaia bzw. der nordwestlichen Peloponnes im Allgemeinen.