Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
Classics,
Canon,
Intermediality,
Mickiewicz,
ballad,
Goethe
Abstract
Das Buch stellt den Anspruch, Phänomene, die man als "Klassiker" bezeichnet, besser zu verstehen
und zugleich tradierte Vorstellungen darüber, was als klassisch gilt oder zu gelten hat, zu korrigieren.
Dazu wird "Klassik" nicht, wie in den historischen und ideologiekritischen Debatten üblich, als
Epochenbegriff verstanden, sondern als eine kulturelle Praxis, die in medialen und lebensweltlichen
Adaptionen realisiert wird. Gefragt wird, kurz gesagt, wie und warum einige Autor*innen oder Werke
über längere historische Perioden hinweg präsent bleiben und ein Kulturgut in dem Fall
exemplarisch die Ballade so ausdrücklich prägen, dass sie als "Klassiker" wahrgenommen werden.
Die Antwort geht von der These aus, dass dies im Unterschied zu immer noch verbreiteten
essentialistischen Erklärungsansätzen nicht von der Qualität des Autors oder der Autorin bzw. ihrer
Werke abhängt, sondern von soziokulturellen Bedarfskonstellationen. Im Ergebnis der Arbeit steht
ein Zugriff, der "Klassik" nicht wiederholt als ein umstrittenes Konzept problematisiert, sondern als
kulturwissenschaftliches Phänomen komplementär zum Kanon heuristisch profiliert und darüber
hinaus ein Begriffsangebot zu dessen Analyse macht.