Vergleichende Datierung der mykenischen Paläste
Synchronizing the Destructions of the Mycenaean Palaces
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Mycenaean palaces,
Eastern Mediterannean,
Late Bronze Age,
Destructions,
Greece,
Synchronizations
Dieser Band besteht aus den Tagungsakten eines Workshops, der den Zerstörungen der mykenischen Paläste im späten zweiten Jahrtausend v.u.Z. gewidmet war. Die spätbronzezeitlichen mykenischen Paläste in Süd- und Zentralgriechenland standen an der Spitze der ältesten staatlichen Strukturen auf dem europäischen Kontinent. Die Autor*innen, alles führende Experten der Bronzezeitforschung und meist selbst die Ausgräber*innen der Paläste, legen den Schwerpunkt auf die neuesten Fortschritte der Keramikforschung, um genaue relativchronologische Datierungen der verschiedenen Zerstörungsereignisse sowohl der endgültigen als auch der diesen vorausgehenden Zerstörungen zu erzielen. Sie behandeln dabei auch die vieldiskutierten interregionalen Synchronismen sowohl innerhalb Griechenlands als auch im östlichen Mittelmeerraum. Die behandelten archäologischen Fundorte reichen von Kreta im Süden über die Peloponnes mit den Palästen von Pylos, Ajios Wassilios, Mykene und Tiryns bis nach Zentralgriechenland mit dem Palast von Theben im Norden; darüber hinaus werden auch zeitgleiche Fundorte auf Zypern und in Syrien berücksichtigt. Die genaue zeitliche Abfolge dieser mehrschichtigen Ausgrabungsorte zu bestimmen, ist Voraussetzung dafür, die Verwaltungstexte aus den Palastarchiven in eine historische Reihenfolge zu bringen, und ebenso dafür, die Baugeschichte der Paläste selbst zu schreiben. Schließlich ist es diese chronologische Abfolge, die das Rückgrat jeder Theorie bilden muss, mit der die Ursachen für die Zerstörungen der Paläste und deren endgültige Aufgabe erklärt werden soll. Die Suche nach diesen historischen Ursachen ist ebenfalls Gegenstand der Publikation. Die Autor*innen legen relativchronologische Daten fest, die die verschiedenen Fundorte einerseits miteinander und andererseits mit einer einzigen Phasenabfolge verbinden, indem sie sich auf ihre Untersuchungen von Keramikgefäßen aus geschlossenen Schichtbefunden stützen, die sich bei den Zerstörungen der verschiedenen Fundorte ablagerten. Die relative Abfolge von Keramikphasen wird mit absoluten Daten (also Kalenderjahren v.u.Z.) verbunden, indem keramische Synchronismen mit nahöstlichen Fundorten bestimmt werden, die ihrerseits in die Regierungszeiten von Königen mit Hilfe von Schriftdokumenten datiert sind, die an eben diesen Orten zusammen mit der datierten Keramik gefunden wurden. Das Buch enthält Primärdaten von den untersuchten Grabungsplätzen, wobei es sich in vielen Fällen um die Erstpublikation des relevanten Fundmaterials handelt. Es ist die erste umfassende Behandlung des Themas und stützt sich auf die neuesten archäologischen Grabungsergebnisse.