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Internierung und Militärdienst.

Internment and Military Service.

Marius Weigl-Burnautzki (ORCID: 0000-0003-3813-4082)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB902
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 10.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Lntemment Camps, Criminology, World War One, Racism, Roma and Sinti, Refugees

Abstract

Eine Lösung der Zigeunerfrage im Ersten Weltkrieg? Diese beschönigende Bezeichnung ist üblicherweise mit dem nationalsozialistischen Völkermord an Roma, Sinti, Lovara, Kalderasch, Jenischen und anderen fahrenden Gruppen im Zweiten Weltkrieg verbunden. Doch bereits kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs gingen Politiker in der neu gegründeten Republik Österreich davon aus, dass es kein Zigeunerunwesen, wie es damals rassistisch hieß, mehr gebe wie kamen sie zu dieser Annahme? Das Vorgehen gegen diese Bevölkerungsgruppen hat eine lange Vorgeschichte. Schon ein halbes Jahrhundert vor dem Nationalsozialismus versuchten Politiker, Wissenschaftler und Bürokraten in vielen europäischen Ländern, darunter in Österreich-Ungarn, die rassistisch gestellte Zigeunerfrage zu lösen. Diese Studie untersucht, welche Ideen Wissenschaften, Verwaltung und Polizei vor dem Ersten Weltkrieg in Österreich-Ungarn zur Lösung der Zigeunerfrage einbrachten. Die Vorschläge reichten von Zwangsarbeit über Zwangsassimilation und Kindeswegnahme bis hin zu Deportationen oder Internierungen in Lagern. Mit Kriegsbeginn wurden diese Forderungen zunehmend umgesetzt. Im Zuge der Überwachung von Flüchtlingen, die ab 1914 aus Galizien und der Bukowina Richtung Wien flohen, sowie der Verhaftung und Deportierung von politisch Verdächtigen hinter der Front kamen tausende in Lager. Ihr größter gemeinsamer Nenner war, dass sie nicht zur deutschen Volksgruppe in Österreich-Ungarn gehörten. Unter ihnen waren auch jene Menschen, die in den Augen der Bürokratie Zigeuner waren. Auch sie wurden deportiert, in Lagern inhaftiert oder zum Militär eingezogen. Besonders ein Lager sollte wegen der mangelhaften Versorgung der InsassInnen und der hohen Sterblichkeit sogar bei den Entscheidungsstellen in Wien berüchtigt werden: das Lager in Hainburg an der Donau.

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