Frühe westtibetische buddhistische Monumente
Early West Tibetan Buddhist Monuments
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)
Keywords
-
Tibet,
Historical Western Tibet,
Buddhist Monuments,
Tibetan sources,
Art,
Architecture
Dieser Sammelband befasst sich in 16 Beiträgen mit frühen, aus dem 10.13. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammenden buddhistischen Monumenten des historischen Westtibet. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Etablierung und Verbreitung des klösterlichen Buddhismus im westtibetischen Königreich (ca. 9071088), insbesondere der Gründung von buddhistischen Klöstern und der Rolle, die dabei der Staat, die königliche Linie und mit ihr verbündete adelige Klans innehatten. Die Studien beruhen einerseits auf interdisziplinär ausgerichteten Feldforschungen in Ladakh, Spiti, Kinnaur, Tsamda und Purang (heute teils auf chinesischem, teils auf indischem Staatsgebiet liegenden Gebieten), andererseits auf der Erschließung und textkritischen Herausgabe von bislang nicht bekannten oder nicht zugänglichen historiographischen Schriftquellen, u.a. von Werken des Mönchsgelehrten Guge Pandita Drakpa Gyaltsen (1415 1486 oder 1498), die teils der Gründungsphase des westtibetischen Königreiches und dem königlichen Mönch Yesche Ö (9471019), der religiös-politischen Hauptfigur im Westtibet des 10./11. Jahrhundert, gewidmet sind. Inhaltliche Schwerpunkte der Studien bilden Archäologie, Architektur, Kunst - und Gründungsgeschichte des Klosters Nyarma (10. Jahrhundert) in Ladakh, weiters in das 9. bzw. 10. Jahrhundert zu datierende Stelen in Purang und Tsamda, neu entdeckte frühe Wandmalereien des Klosters Tabo in Spiti, illuminierte buddhistische Handschriften aus Tabo und Pooh (im oberen Kinnaur) sowie Wandmalereien mit begleitenden Inschriften des Zhag Höhlentempels (Tsamda) aus dem 13. Jahrhundert. Durch diesen Band wird das Verständnis der religiösen, kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des gesamten westtibetischen Sprachraums, vor allem in den formativen Phasen des westtibetischen Königreichs vom 10. bis zum frühen 13. Jahrhundert, maßgeblich erweitert und vertieft.