Konzertleben in Wien 1780–1830 (Web Datenbank)
Concert Life in Vienna 1780–1830 (Web Database)
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (15%); Kunstwissenschaften (60%); Physik, Astronomie (25%)
Keywords
-
Concert life,
Music history of Vienna,
Room acoustics,
Musical performances,
Cultural topography,
Digital reconstruction
Das Wiener Konzertleben in den Jahrzehnten um 1800 bildete unbestritten den Rahmen für eine der lebendigsten Epochen der Musikgeschichte. Das intensive Musikmäzenatentum der Stadt machte sie zum Ziel von Hunderten von Virtuosen und Komponisten, deren Vermächtnis, nicht unumstritten, unausweichlich mit dem Etikett Wiener Klassik verbunden ist. So komponierten, spielten und dirigierten zentrale Figuren des Musikkanons wie Wolfgang Amadé Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert ihre Werke zwischen 1780 und 1830 in Wien. Die Prominenz dieses Repertoires auf modernen Konzertprogrammen und Aufnahmen täuscht jedoch über eine bekanntlich chaotische Quellenlage und das Fehlen einer zentralen Anlaufstelle für aktuelle Informationen darüber hinweg, welche Musik an welchem Ort durch welche Interpretierenden aufgeführt wurde. Die Website Konzertleben in Wien 1780-1830, die auf dem gleichnamigen seit Juli 2022 an der Universität Wien und der TU Berlin laufenden Forschungsprojekt basiert, wird alle bekannten Daten zu den Aufführungen, Spielstätten, Werken und Personen in diesem pulsierenden halben Jahrhundert in einer relationalen Datenbank mit einer übersichtlichen, immersivenundbenutzerfreundlichenOberflächepräsentieren. Die einzigartigen Anforderungen unseres Themas eine dezentralisierte Musikszene, an der Tausende von Personen beteiligt waren, und die sich in einer geschäftigen Metropole abspielte, deren urbane Konturen sich schnell und dramatisch veränderten erfordern sowohl eine robuste Datenarchitektur als auch eine agile, intuitive Benutzererfahrung. Der Einstieg in die Datenbank erfolgt über eine voll funktionsfähige, zoombare digitale Karte, die mit einer Zeitleiste ausgestattet ist, die den Wandel der Stadtlandschaft anzeigt und auf der die Suchergebnisse überlagert werden. Die Personen, Institutionen und Werke werden mit den Normdateien in der Deutschen Nationalbibliothek (GND) verknüpft. Die Daten zu den Konzerträumen werden nicht nur in numerischer Form präsentiert, sondern auch in navigierbaren 3D-Modellen visualisiert und hörbar gemacht. Da die bekannten Details vieler Konzerte oft unpräzise sind, bietet die Website ein System, um den Grad der Sicherheit zu kennzeichnen und dennoch mögliche Treffer in den Suchergebnissen erscheinen zu lassen. Stabile Permalinks zu digitalisierten Primärquellen sorgen dafür, dass die Nutzer die Originale leicht selbst einsehen können. Die Website wird unterschiedlichen BenutzerInnen ein Gespür für die reiche klangliche Topographie Wiens vermitteln. Sie soll nicht nur eine verlässliche Quelle für Studierende und Musikgeschichtsinteressierte darstellen, sondern auch als zentraler Knotenpunkt für weitere internationale Forschungen zum Wiener Konzertleben dienen.
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