Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (40%); Soziologie (60%)
Keywords
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DanceSport,
Queer,
Feminist,
Body Politics,
Subversion,
Heteronormative Gender Binary
Queering DanceSport ist eine Website und Social-Media-Kampagne, die Gender und Sexualität im lateinamerikanischen Tanzsport thematisiert. Das Projekt, gegründet von Val Meneau (they/sie/elle) und Giulia Settomini (sie/ihr), verbindet Forschung und Kunst, um Wege zur Queering des Tanzsports zu erkunden. Aktuell ist der Tanzsport stark von heteronormativen Geschlechterrollen geprägt. Diese beeinflussen alle Bereiche: von der Turnierordnung und den Wertungskriterien bis hin zu Kostümen, Tanzschritten und Partnerschaftsdynamiken. Infolgedessen erfahren queere Personen oft Ausschluss, Frauen werden objektifiziert, und Menschen mit unkonventionellen Körpern fühlen sich unerwünscht, was zu Diskriminierung, Essstörungen und psychischen Problemen führen kann. Queering DanceSport möchte diese Normen herausfordern. Inspiriert von Foucaults Theorie der produktiven Macht und Butlers Gender-Performativität zielt das Projekt darauf ab, den Tanzsport neu zu denken und die verfestigten Geschlechterrollen zu destabilisieren. Dazu gehört die Entwicklung neuer Tanzstile und das Aufbrechen der traditionellen binären Struktur in der Szene. Die Website umfasst verschiedene Kapitel, die sich mit Aspekten der Geschlechterbinarität im Tanzsport beschäftigen und durch Fotos und Videos unterstützt werden. Das Projekt basiert auf jahrelanger akademischer und künstlerischer Forschung und bringt das Wissen von Val Meneau, einer queeren Forscherin und Tänzerin, und Giulia Settomini, einer professionellen Choreografin, zusammen. Das Hauptziel ist, die Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen insbesondere derTanzsportgemeinschaft. Anstatt aufakademische Veröffentlichungen zu setzen, nutzt dieses Projekt Plattformen, die Tänzer:innen vertraut sind, um das Bewusstsein für das Thema zu stärken. Da Tanz eine visuelle und körperliche Kunstform ist, ist der Einsatz visueller Medien essenziell, um die vorgeschlagenen Veränderungen verständlich zu machen. In der Tanzsportwelt sind Versuche, binäre Geschlechterverhältnisse zu dekonstruieren, meist privat und unstrukturiert, was queere Tanzpraktiken oft unsichtbar macht. Queering DanceSport will dies ändern, indem es diese Praktiken systematisiert und sichtbar macht. Das übergeordnete Ziel ist es, nicht nur die bestehenden Machtstrukturen zu kritisieren, sondern auch neue Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft des Tanzsports zu schaffen. Durch das Queering des Tanzsports sollen die Mechanismen, die die Geschlechterbinarität aufrechterhalten, offengelegt und aufgelöst werden. Zugleich entsteht Raum für eine inklusivere, kreative Ausdrucksform der Bewegung.
- Universität Salzburg - 100%