Rhetorik und Werte in der Belletristik: Art-based Research
Rhetoric and Values in Fiction: An Art-based Research
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Technische Wissenschaften (33%); Kunstwissenschaften (33%); Sprach- und Literaturwissenschaften (34%)
Keywords
-
AI ethics,
Rhetoric,
Visual Rhetoric,
Art-Based,
Graphic Novel,
Moral Imagination
Wie können neue Imaginationen in den Medien und Künsten inspiriert werden? Wie lassen sich ansprechende Inhalte gestalten, die das Publikum in ein Gesellschaftsmodell einbinden, in dem technologischer Fortschritt mit demokratischen Prinzipien im Einklang steht? Wie können KI-Technologien in der Fiktion dargestellt werden, um schließlich ethische Transformationen zu inspirieren? Die Frage, wie solche nicht-didaktischen Fiktionen im Gegensatz zu Fiktionen, die zu Lehrzwecken oder als Propaganda verwendet werden gestaltet werden können, ist Gegenstand der Forschung im Bereich der Rhetorik (Booth 1983). Tatsächlich wird Rhetorik, obwohl sie in der Philosophiegeschichte oft negativ betrachtet wurde, in erster Linie als Technik (technè) verstanden, die dazu dient, Argumente zu entdecken und zu erfinden, die verschiedenen Zwecken dienen, wie etwa dem Erzählen von Geschichten und der Vermittlung bestimmter Werte (Danblon 2013). Durch die künstlerische Praxis des Schreibens von Graphic Novels die bekannt dafür ist, kritische Perspektiven auf reale Probleme anzubieten untersucht mein Forschungsprojekt, wie rhetorische Techniken schließlich dazu beitragen können, neuartige Perspektiven auf KI-Technologien durch Fiktion zu fördern. Ich werde daher untersuchen, wie identifizierte rhetorische Ressourcen genutzt werden können, um ethische Werte vor Augen zu führen (Pernot und Lévy 1997, Webb 2009) und in Bewegung zu setzen (Pieters 2024) Eigenschaften, die von antiken Rhetorikern lange praktiziert wurden und für die sie äußerst effektive Strategien entwickelten, die ich an das Medium der Graphic Novel anpassen werde. Indem ich sowohl textuelle als auch visuelle rhetorische Strategien einsetze, wird es mein Ziel sein, Hypothesen zu formulieren, wie der Effekt der enargeia (rhetorischer Evidenz) geschaffen werden kann. Dieser Effekt ist dafür bekannt, dem Publikum zu helfen, durch die Vorstellungskraft eine lebendige Handlung zu sehen. Dies steht in Zusammenhang mit der Fähigkeit, Werte greifbarer, fühlbarer und überzeugender zu machen, indem sie lebendig und eindrucksvoll dargestellt werden (Webb 2009, Dainville und Donckier 2021). Mit anderen Worten könnte die Schaffung eines enargeia-Effekts dazu beitragen, ethische Werte zugänglicher zu machen und eine emotionale oder moralische Reaktion beim Publikum hervorzurufen (Pernot und Lévy 1997, Webb 2009). Schließlich werde ich auch die Chancen und Herausforderungen der rhetorischen Technik im Kontext von KI-gestützten Tools zur Inhaltserstellung diskutieren. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Künstler und Kreative auf KI-Tools in ihren kreativen Prozessen zurückgreifen, ist es entscheidend, die Aufgabe, sich die Zukunft vorzustellen, nicht blind den KI-Technologien zu überlassen. Gleichzeitig ist eine nuancierte Untersuchung der Mensch-KI-Dynamik unerlässlich, um möglicherweise unsere eigenen kreativen und imaginativen Fähigkeiten zu optimieren.
- Universität Wien - 100%
- Mark Coeckelbergh, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Emmanuelle Danblon - Belgien
- Jean-Charles Andrieu De Levis - Kanada
- Sylvain Lemay, Université du Québec en Outaouais - Kanada