Mobbing am Arbeitsplatz - eine verhaltensökonomische Analyse
The Behavioral Economics of Bullying at Work
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (15%); Wirtschaftswissenschaften (85%)
Keywords
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Bullying,
Workplace Policies,
Behavioral Economics,
Gender Differences,
Field Experiments,
Leadership
Menschen sabotieren KollegInnen und nutzen ihre Machtpositionen auf Kosten anderer aus. Kurz gesagt, Menschen Mobben. Mobbing kann subtil und versteckt passieren und Teil der Arbeitskultur sein. MitarbeiterInnen tun dies aus verschiedenen Gründen, z. B. um Status und Macht zu erlangen oder Konkurrenten für verlockende Posten und Boni auszustechen. Für die Mobbing-Opfer können diese Handlungen schwerwiegende Folgen für ihre berufliche Laufbahn bedeuten. Darüber hinaus kann Mobbing Unternehmen schaden, da potentiell (qualifizierte) MitarbeiterInnen nicht in Unternehmen mit einer unkooperativer Arbeitsatmosphäre möchten und in solchen auch weniger Leistung erbringen. Mobbing am Arbeitsplatz ist weit verbreitet. Umfragen deuten darauf hin, dass in westlichen Gesellschaften zwischen 10% (Europa) und 17% (USA) der Beschäftigten Mobbing am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Mobbing ist daher ein wichtiges Thema, über das es mehr zu lernen gilt. Die Verhaltens-und Experimentalökonomik ist auf die Analyse von Verhalten in wirtschaftlichen Kontexten spezialisiert. Zum Verständnis für eine solche Analyse, stellen Sie sich Menschen mit vielen verknoteten Drähten in verschiedenen Farben in ihrem Inneren vor. Diese verschiedenen Drähte bestimmen Verhalten und Entscheidungen. Sie verändern ihre Verbindungen untereinander sowie ihre Form, wenn sich ihre Umgebung ändert. In der Verhaltensökonomie werden die Drähte gefunden, die ein bestimmtes Verhalten beeinflussen, und es wird erforscht wie diese sich verändern, wenn sich die Umgebung ändert. Es wird ein Werkzeugkasten verwendet, der speziell zum Entwirren der Drähte entwickelt wurde. Eines der Werkzeuge heißt Laborexperimente. Hier wird die zu analysierende Entscheidungs-Situation in ihre wichtigsten Elemente aufgeschlüsselt. Dann werden einzelne Elemente modifiziert. Durch diese kontrollierte Veränderung eines einzigen Elements kann herausgefunden werden, ob dieses Element tatsächlich das Verhalten einer Person beeinflusst. In diesem Projekt werden Konzepte der Verhaltensökonomik und Werkzeuge der Experimentalökonomik für die Untersuchung von Mobbing-Verhalten eingesetzt. Hierfür werden Laborexperimente für die Analyse verwendet, um mehr über die Elemente von Mobbing und ihre Folgen für Opfer und Unternehmen zu erfahren. Außerdem wird eine innovative Erhebungsmethode verwendet, mit der sich antisoziales Verhalten wie Mobbing genauer als bisher quantifizieren lässt. Ein Schwerpunkt wird auch auf Unterschieden zwischen dem Verhalten von Frauen und Männern liegen. Diese Erkenntnisse werden dann zur Entwicklung von verhaltensökonomischen Maßnahmen zur Reduzierung von Mobbing verwendet. Diese werden experimentell in Unternehmen untersucht, um zu prüfen, ob und wie wirkungsvoll diese sind. Dieses Forschungsprojekt trägt dazu bei faire Karrierechancen von Männern und Frauen zu schaffen.
- Wirtschaftsuniversität Wien - 100%