Die Sozialstruktur der Städte Südwestkleinasiens
The Urban Social Stratification of Southwestern Asia Minor
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Soziologie (20%)
Keywords
-
Social Stratification,
Population Studies,
Family History,
Middle Class(Es),
Epigraphy,
Asia Minor
Die städtische Gesellschaft der Antike bestand nicht nur aus Arm und Reich. Diese lange verbreitete Ansicht gilt als überholt und wurde in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise durch ein Modell ersetzt, bei dem zwischen den Eliten und den Armen genau wie heute eine breite Mittelschicht steht. Doch wie genau lässt sich diese Mittelschicht fassen? Welche Größe darf man für sie annehmen? Wie setzte sie sich zusammen, wer gehörte ihr an? Und wie konnte man aus ihr heraus in die Sphären der Elite aufsteigen? Das Projekt hat zum Ziel, diesen und weiteren Fragen im Detail nachzugehen, um zum einen Methoden zu entwickeln bzw. zu verfeinern, die das Erkennen unterschiedlicher Bevölkerungsebenen erst möglich machen, und zum anderen ein möglichst detailreiches Bild der Zusammensetzung einer städtischen Bevölkerung zu liefern. Der Fokus liegt dabei auf den Städten des antiken Südwestkleinasien (heutige Südwest- Türkei) in der römischen Kaiserzeit, also in etwa den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten. Die dort in großer Fülle vorhandenen Quellen bestehen zum ganz überwiegenden Teil aus Inschriften, wobei speziell den Grabinschriften ein besonderer Platz zukommt. Diese Texte zeichnen sich zunächst dadurch aus, dass sie in großer Zahl vorhanden sind, wodurch ihre statistische Auswertung möglich wird. Zudem befinden sie sich auch heute oftmals noch an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort, das heißt direkt am Grab, weshalb sie kontextualisiert und gemeinsam mit dem Monument betrachtet und analysiert werden können. Das zu entwerfende Bild soll einerseits unserem Verständnis von der Zusammensetzung antiker Gesellschaften sowie Phänomenen sozialer Mobilität, d.h. des gesellschaftlichen Auf- und Abstiegs, dienen, und andererseits eine breit einsetzbare Basis für weiterführende Fragen zur antiken Wirtschaft, zu Kultur und Politik liefern.
- Universität Wien - 100%
- Helmut Lotz, nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Corsten, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Bernhard Woytek, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Andries Johan Zuiderhoek, Ghent University - Belgien
- Sabine Huebner, Universität Basel - Schweiz
- Georgy Kantor, St John´s College - Vereinigtes Königreich