Monitoring von Restaurierungen mit molekularen Methoden
Molecular techniques for monitoring restoration treatments
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (60%); Kunstwissenschaften (40%)
Keywords
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Art Works,
Cultural Heritage,
Monitoring,
Microbial Communities,
Effective Treatments,
Denaturing Gradient Gel Electrophoresis
Kunstobjekte stellen oftmals eine ökologische Nische für hochspezialisierte Mikroorganismen dar, die durch ihre metabolischen Aktivitäten neben chemischen oder physikalischen Einflüssen aus der Umgebung des Kunstwerks einen bedeutenden Beitrag zur Zerstörung des Objekts leisten können. Die Schädigung eines Kunstwerks durch mikrobielle Gemeinschaften, deren Aktivität sich eher im Verborgenen abspielt und daher unterschätzt wird, wird auch als "biodeterioation" bezeichnet. Konventionelle Untersuchungsmethoden zur Identifizierung solcher mikrobiellen Gemeinschaften spiegeln ein mangelhaftes Bild der Realität wieder, da sich die meisten Mikroorganismen nicht kultivieren lassen. Erst der Einsatz moderner molekularbiologischer, vorallem genetischer Methoden haben zu einem Einblick in die Komplexität solcher Lebensgemeinschaften geführt. Im beantragten Projekt bauen wir auf der bereits gewonnen Erfahrung mit molekularen Identifizierungsmethoden von Mikroorganismen auf. Daher sollen mikrobielle Gemeinschaften, die Kunstwerke besiedeln, mit kulturunabhängigen Techniken wie z. B. der denaturierenden Gradienten Gel Elektrophorese (DGGE) und DNA Sequenzierungen untersucht und bestimmt werden. Ein Hauptziel des Projekts ist daher diese spezialisierten mikrobiellen Ökosysteme zu beschreiben und durch den Einsatz von molekularbiologischen sowie biotechnologischen Untersuchungstechniken ein Monitoring der mikrobiellen Schädigung von Kunstwerken durchzuführen. Diese Untersuchungen sollen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten von hochwertigem kulturellen Erbe begleiten und zu einer besseren Diagnostik sowie zur Aufstellung von Richtlinien dienen, die eine genaue Beschreibung von Schadensprozessen erlauben. Dies ist besonders für Architekten, Restaurateure sowie für Kuratoren wertvoll, da damit für die Beurteilung von Schäden neue Bewertungskriterien aufgestellt werden können. Der innovative Ansatz des Projekts, repräsentative Mikroorganismen, die an Schadensprozessen ausgewählter Kunstobjekte beteiligt sind, zu inventarisieren und mit ihrem Schadenspotential zu beschreiben, sollte ein integraler Bestandteil von künftigen Restaurierungsmaßnahmen sein. Nur so ist es möglich: 1. die effektivsten Maßnahmen zu setzen, die zur Ausschaltung von mikrobiellen Schadenprozessen führen und damit die biologische Schädigung von Kunstwerken verhindern. 2. Bewertungskriterien zu erstellen, die es ermöglichen, die Effizienz von Bioziden oder anderen Behandlungs- sowie weiterführenden Maßnahmen zu beurteilen.
- Katja Sterflinger-Gleixner, Akademie der bildenden Künste Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 200 Zitationen
- 3 Publikationen
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2007
Titel Consolidation of degraded ornamental porous limestone stone by calcium carbonate precipitation induced by the microbiota inhabiting the stone DOI 10.1016/j.chemosphere.2007.02.044 Typ Journal Article Autor Jimenez-Lopez C Journal Chemosphere Seiten 1929-1936 -
2010
Titel Bacterial Community Dynamics During the Application of a Myxococcus xanthus-Inoculated Culture Medium Used for Consolidation of Ornamental Limestone DOI 10.1007/s00248-010-9661-2 Typ Journal Article Autor Piñar G Journal Microbial Ecology Seiten 15-28 Link Publikation -
2011
Titel Molecular monitoring of the microbial dynamics occurring on historical limestone buildings during and after the in situ application of different bio-consolidation treatments DOI 10.1016/j.scitotenv.2011.08.063 Typ Journal Article Autor Ettenauer J Journal Science of The Total Environment Seiten 5337-5352 Link Publikation