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Gender, Migration und Sklaverei in Mali/Westafrika 1890-1920

Gender, Migration, and Slavery in Mali/West Africa 1890-1920

Marie Rodet (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/T367
  • Förderprogramm Hertha Firnberg
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2009
  • Projektende 31.08.2011
  • Bewilligungssumme 182.370 €

Wissenschaftsdisziplinen

Soziologie (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)

Keywords

    Gender, Migration, Slavery, Mali, French West Africa

Abstract

Das Projekt beabsichtigt, einige der Arbeitshypothesen, die ich in meiner Dissertation über Gender und Migration in Mali in der Kolonialzeit entwickelt habe, aus einer anderen Perspektive weiterzuführen. Das Projekt hat die komplexen Zusammenhänge zwischen Gender, Mobilität und das Ende der Sklaverei in Mali zum Gegenstand. Dabei sollen gleichzeitig die Bedingungen der Produktion geschichtlichen Wissens und die Möglichkeit seiner Rekonstruktion dargestellt werden. Eine Herausforderung des Projekts ist es, die historischen Stimmen der Sklavinnen, die in der offiziellen Geschichte der Emanzipation der SklavInnen kaum vorkommen, wiederzufinden. Die französische Kolonialpolitik der progressiven "Emanzipation" der SklavInnen im Französischen Sudan ermutigte einen Teil der SklavInnen, ihre SklavenhalterInnen zu verlassen, was als "Exodus" bezeichnet wurde. Dieser Exodus in der Region von Kayes wurde von der Geschichtswissenschaft kaum betrachtet. Der "Exodus" war aber in der Region nicht so unbedeutend, wie die WissenschafterInnen oft vermutet haben: SklavInnen stellten in Wahrheit die Mehrheit der Migrationsbewegungen dar. Das Projekt zielt darauf, das konventionelle historiographische Bild der Sklavin mit limitierten Optionen aufgrund ihrer Behinderung durch den Doppelstatus als Sklavin und Frau zu dekonstuieren. Durch die Auseinandersetzung mit den Migrationsstrategien und den Routen der Sklavinnen in der Zeit der "Emanzipation" werde ich beweisen, dass Frauen verschiedene soziale und familiäre Netzwerke ausnützten, um Freiheit zu erlangen. Ich werde auch untersuchen, inwieweit es Frauen durch diese Netzwerke gelang, Kontrolle über ihre Familieneinheit zu schaffen. Im Gegensatz zur Auffassung der Kolonialadministration und daran anschließend der früheren Geschichtswissenschaft waren SklavInnen sozial eingebunden und hatten familiäre Bindungen. Das Projekt wird auch prüfen, welche Netzwerke und Beziehungen SklavInnen in der Zeit von gewaltigen sozioökonomischen Veränderungen bevorzugten. Schlusspunkt meiner Analyse wird die Frage sein, inwiefern der Anteil der Frauen am "Exodus" dazu beitrug, die Begriffe Ehe, Familie und Zugehörigkeit, neu zu definieren, und inwiefern das Ende der Sklaverei eine Neuformulierung der Genderbeziehungen und der Machthierarchien verursachte.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Walter Schicho, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in

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