Schlaf und kognitive Leistung bei Kindern
Sleep and cognitive performance in children
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%); Psychologie (20%)
Keywords
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Sleep,
Cognition,
EEG,
SMR - Neurofeedback,
Children,
Sleep Education
Verschiedene Umfragen zeigen, dass Kinder im Schulalter ein großes Schlafdefizit aufweisen und eine bemerkenswerte Anzahl unter Schlafproblemen leidet. Das eingereichte Projekt zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen Schlaf, Lernen, Gedächtnis, Schulleistung und Aufmerksamkeit bei Kindern zwischen 9 und 11 Jahren zu untersuchen. Empirische Befunde, die dem Schlaf eine wichtige Rolle für Gedächtnis- und Lernprozesse zuschreiben, werden immer häufiger. Allerdings gibt es nach wie vor nur sehr wenige Studien, die sich mit dem Thema Schlaf und Kognition bei Kindern beschäftigen. Deshalb fokussiert das vorliegende Forschungsprojekt eine detaillierte Untersuchung der wechselseitigen Beziehung zwischen Schlaf und kognitiver sowie akademischer Leistung bei Schulkindern. Es soll gezeigt werden, dass eine Steigerung der Schlafqualität und Schlafdauer - entweder durch Neurofeedbacktraining oder standardisierte Schlafedukation - kognitive Leistungen verbessert. Um die durch das Neurofeedbacktraining und/oder standardisierte Schlafedukation veränderten neuronalen Schlüsselmechanismen zu identifizieren, werden differenzierte Methoden wie Elektroencephalographie (EEG) und quantitative Analysemethoden (z.B. Event-related Desynchronization, Kohärenz, Gabor Wavelet Frequenzbandanalysen) angewandt. An der Studie nehmen gesunde, präpubertäre Kinder (9-11 Jahre) über 5 Wochen hinweg entweder an einem Neurofeedbacktraining (sensomotorischer Rhythmus, 12-15Hz) oder an einem standardisierten Schlafedukationsprogramm teil. Es wird untersucht, ob diese schlafverbessernden Interventionen i) zu messbaren Veränderungen in der Polysomnographie (PSG) oder Aktigraphie führen und ii) allgemeine Lern-, Gedächtnis und Aufmerksamkeitsleistungen steigern. Der Vergleich zwischen den beiden Experimentalgruppen (jeweils n=30) und einer interventionsfreien, geschlechts- und altersadäquaten Kontrollgruppe (n=30) soll spontane Veränderungen in den kindlichen Schlafmustern kontrollieren. Unserer Ansicht nach ist das vorliegende Projekt sowohl ambitioniert als auch praxisrelevant. Es kombiniert Wissen, welches im Rahmen reiner Grundlagenforschung erworben wird (z.B. Polysomnographische Nachtableitungen, Schlaf- und Kognitionsforschung, quantitative EEG Analysen kognitiver Prozesse) mit einem angewandten Teil, nämlich der Entwicklung und Evaluation von schlafverbessernden als auch leistungssteigernden Interventionen bei Schulkindern. Ein weiterer Gewinn dieser Studie wäre es, dass die entwickelten und evaluierten Anwendungen einfach und schnell in Informationsmodule für die breite Anwendung zugänglich gemacht werden können, um der Bevölkerung die positiven Zusammenhänge zwischen Schlafqualität und kognitiver Leistung speziell in diesem Altersbereich bewusst zu machen und damit die Effizienz schulischen Lernens zu steigern.
- Universität Salzburg - 100%
- Wolfgang Klimesch, Universität Salzburg , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 89 Zitationen
- 2 Publikationen
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2010
Titel Schlafgewohnheiten, Schlafprobleme und Verhaltensauffälligkeiten bei Schulkindern im Alter von 8–11 Jahren DOI 10.1007/s11818-010-0450-4 Typ Journal Article Autor Hoedlmoser K Journal Somnologie - Schlafforschung und Schlafmedizin Seiten 23-31 Link Publikation -
2010
Titel Event-related activity and phase locking during a psychomotor vigilance task over the course of sleep deprivation DOI 10.1111/j.1365-2869.2010.00892.x Typ Journal Article Autor Hoedlmoser K Journal Journal of Sleep Research Seiten 377-385 Link Publikation