Geometrische Kompetenzen in der Architekturausbildung
Geometric Processing in Architectural Education
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (40%); Informatik (25%); Mathematik (35%)
Keywords
-
Non-Standard Architecture,
Parametric Design,
Architectural Geometry,
CAAD,
Architectural Education,
Digital Manufacturing
Digitale Technologien und die Neuen Medien haben einen revolutionären Wandel im ganzen Bereich der Architektur mit sich gebracht, wobei neben anderen Teilbereichen, auch die Geometrie ihren Teil dazu beigetragen hat. In der Architekturtheorie ist eine neue Strömung entstanden, die unter den Namen "Parametricism" bekannt wurde und im Feld der angewandten Geometrie hat sich eine neue Forschungsrichtung mit dem Namen "Architectural Geometry" entwickelt. Die Etablierung dieser beiden Richtungen, die die Architektur mit den fundamentalen Disziplinen Geometrie und Mathematik verbinden, öffnet ein ganz neues Feld der Grundlagenforschung. Grundsätzlich liegt der Forschungsschwerpunkt dieser Arbeit im Gebiet des "Architectural Geometry", in Verbindung mit den theoretischen Grundlagen des "Parametricism". Wenn man die Architektur Studien an den verschiedenen technischen Fakultäten betrachtet, wird man feststellen, dass sich die Ausbildung in Geometrie leider nicht den oben genannten Wandel und innovativen Strömungen angepasst hat. Ganz im Gegenteil! In den letzten fünfzehn Jahren wurde der Stellenwert der Geometrie weltweit ignoriert, was völlig an den Entwicklungen und den Notwendigkeiten zeitgemäßer Architektur Praxis vorbeiführte. Es ist paradox, dass neben der Entwicklung von "Non-Standard-Architecture" und "Parametric Design" die Ausbildung in Konstruktiver Geometrie und Angewandter Mathematik bedeutend reduziert, in manchen Fällen sogar komplett eliminiert wurde. Dort wo sie reduziert wurde, erreicht die Geometrie (bzw. "Darstellende Geometrie") das Stadium eines Zeichenkurses, der gerade einmal den Transfer einfacher geometrischer Strukturen auf ein Blatt Papier lehrt. Das Ziel dieser Forschungsarbeit ist es Inhalt, Methoden und didaktische Ansätze der neuen Disziplin "Architectural Geometry" zu definieren und für den Einsatz im Architektur Studium an technischen Fakultäten aufzubereiten. Weiters werden die Gründe untersucht, die zur Reduzierung der geometrischen Ausbildung führten und welche Folgen dies hatte. Es sollen darauf basierend Methoden entwickeln werden, die diesen geometrischen Mangel wieder bereinigen sollen. Zusätzlich soll analysiert werden, welche geometrischen Grundlagen für einen Architekten in Bezug auf "Non-Standard-Architecture" unumgänglich sind, basierend auf den neuen theoretischen Konzepten des "Parametricism" und den aktuellen technischen Entwicklungen. Die Ergebnisse der Analyse sollen es erlauben, unser Konzept adäquat zu entwickeln und dabei klar und deutlich zu umgrenzen, welche neuen Anforderungen ein angehender Architekt erfüllen muss, um den neuesten Anforderungen in Technik und Architekturpraxis gerecht zu werden. Zusätzlich sollen neue Zugänge zu funktionellen Anwendungen, die auf fundamentalen geometrischen Kenntnissen beruhen, für das Architektur Design gefunden und entwickelt werden. Architekten suchen ständig nach neuen "digitalen Inspirationen" in anderen Disziplinen und Produktionsvorgängen, und sie suchen nach einer Verbindung von analogen und digitalen Werkzeugen um eine Ästhetik zu definieren, die die neuen Phänomene im "Architectural Computing" widerspiegeln. Wegen der sich rasant entwickelnden digitalen Möglichkeiten müssen Architekturstudenten diese neuen Inhalte und Werkzeuge, die für das moderne Architekturdesign relevant sind, erlernen und beherrschen. Sie sollen befähigt werden, diese Mittel adäquat zu benutzen und nicht davon übermannt werden.
- Technische Universität Graz - 100%
- Fabian Scheurer, ETH Zürich - Schweiz
- Philipp Dohmen, ETH Zürich - Schweiz