Die Rolle von Mastzellen in der Barrierefunktion der Haut
The role of mast cells in skin barrier function
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Klinische Medizin (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%)
Keywords
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Mast Cell,
Skin Barrier Defect,
Histamine,
Atopic Dermatitis,
Psoriasis
Keratinozyten bilden im Rahmen ihrer terminalen Differenzierung das Stratum Corneum, die äußerste Hautbarriere die das Eindringen von fremden Antigen und Mikroben, sowie den Flüssigkeitsverlust von innen verhindert. Für die Entstehung einer normalen Hautbarriere ist das Zusammenspiel der epithelialen und mesenchymalen Bestandteile der Haut, sprich der epidermalen und dermalen Zellen, durch sezernierte Faktoren und Adhäsionsmoleküle notwendig. Atopische Dermatitis und Psoriasis sind schwere entzündliche Hauterkrankungen, die bis zu 15% beziehungsweise 2-3% der Gesamtbevölkerung betreffen und für die es im Moment keine heilende Therapie gibt. Beide Erkrankungen sind von immensen Veränderungen in der epidermalen Differenzierung geprägt, die zu schweren Defekten in der Hautbarriere führen. Diese Veränderungen können (1) durch genetische Defekte in der Expression von an der Differenzierung beteiligten Proteinen und/oder (2) durch direkten Einfluss von Entzündungszellen und deren Mediatoren auf die terminale Differenzierung von Keratinozyten und (3) durch ein Zusammenspiel dieser zwei Mechanismen entstehen. Mastzellen befinden sich im dermalen Teil der Haut und nehmen am Entzündungsgeschehen durch die Sezernierung von löslichen Mediatoren teil, darunter Histamin, Proteasen sowie entzündliche und vasoaktive Zytokine. Eine vermehrte Anzahl von dermalen Mastzellen und die erhöhte Aktivierung von Mastzellen sind sowohl in der Atopischen Dermatitis als auch in der Psoriasis zu finden und werden bereits vor der Entstehung sichtbarer Hautveränderungen beobachtet. Das Ziel dieser Studie ist es, die Rolle von Mastzellen in entzündlichen Hauterkrankungen und im Besonderen deren Wirkung auf die Entstehung der Hautbarriere in verschiedenen in vitro und in vivo Modellen zu untersuchen. Wir werden (1) den Einfluss von aus Mastzellen sezernierten löslichen Faktoren auf die terminale Differenzierung von Keratinozyten sowie die Hautbarriere und (2) die Auswirkungen von epidermalen Barrieredefekten auf die Funktion von Mastzellen untersuchen. Die geplante Studie wird zum besseren Verständnis der Rolle von Mastzellen in der Entstehung und Aufrechterhaltung von entzündlichen Hauterkrankungen mit Barrieredefekt beitragen und wird helfen mögliche Zielmoleküle für deren Therapie und Prävention zu finden.
Hautzellen (Keratinozyten) bilden im Rahmen ihrer Verhornung das Stratum Corneum, die äußerste Hautbarriere die das Eindringen von fremden Antigenen und Mikroben, sowie den Flüssigkeitsverlust von innen verhindert. Für die Entstehung einer normalen Hautbarriere ist das Zusammenspiel von Keratinozyten in der Oberhaut und anderen Zellen in der Lederhaut wichtig. Ein zentraler Zelltyp in der Lederhaut die Mastzelle wird vermehrt in Erkrankungen gefunden die eine defekte Hautbarriere als Verursacher und Symptom haben, zum Beispiel in der Neurodermitis.In unserer Studie konnten wir zeigen, dass Mastzellen durch Freisetzung des Botenstoffes Histamin die Verhornung der Keratinozyten blockieren und damit zum Entstehen einer defekten Hautbarriere beitragen. Die Keratinozyten reagieren auf Histamin mit einer verringerten Produktion wichtiger struktureller Proteine und können dadurch keinen so starken Kontakt zueinander aufbauen wie nötig. Diesen Einfluss von Histamin auf die Hautbarriere konnten wir in unterschiedlichen Modellen zeigen: in im Labor kultivierter menschlicher Kunsthaut und in einem Mausmodell. Unsere Ergebnisse sind auch klinisch relevant, da wir zeigen konnten, dass Antihistaminika die im Moment hauptsächlich zur Behandlung von Allergien verwendet werden die Zerstörung der Hautbarriere vermindern können. Durch unsere Studie wurde daher eine neuerliche Diskussion über den Nutzen dieser Antihistaminika bei atopischen Erkrankungen wie der Neurodermitis entfacht.Diese spannenden Ergebnisse haben uns dazu angespornt noch nach weiteren wichtigen Botenstoffen in Mastzellen zu suchen, die die Funktion der Haut beeinflussen. Dafür wurden Mastzellen aus der Haut isoliert und mittels einer neuen Technik Proteomics , die alle in einer Zelle vorhandenen Proteine erkennen kann, untersucht. Diese Methode erlaubte uns des Weiteren den Vergleich mit anderen Hautzellen und führte zur Identifizierung zweier neuer Mastzell-Proteine; weitere Studien zu Untersuchung ihrer Funktion in der Haut sind geplant.
- Ralf Gutzmer, Medizinische Hochschule Hannover - Deutschland
- Wolfgang Bäumer, Tierärztliche Hochschule Hannover - Deutschland
Research Output
- 507 Zitationen
- 9 Publikationen
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2015
Titel Bioinformatics approach for choosing the correct reference genes when studying gene expression in human keratinocytes DOI 10.1111/exd.12759 Typ Journal Article Autor Beer L Journal Experimental Dermatology Seiten 742-747 Link Publikation -
2014
Titel Fetal Human Keratinocytes Produce Large Amounts of Antimicrobial Peptides: Involvement of Histone-Methylation Processes DOI 10.1038/jid.2014.165 Typ Journal Article Autor Gschwandtner M Journal Journal of Investigative Dermatology Seiten 2192-2201 Link Publikation -
2016
Titel Proteome analysis identifies L1CAM/CD171 and DPP4/CD26 as novel markers of human skin mast cells DOI 10.1111/all.12919 Typ Journal Article Autor Gschwandtner M Journal Allergy Seiten 85-97 -
2013
Titel Histamine induces proliferation in keratinocytes from patients with atopic dermatitis through the histamine 4 receptor DOI 10.1016/j.jaci.2013.06.023 Typ Journal Article Autor Glatzer F Journal Journal of Allergy and Clinical Immunology Seiten 1358-1367 Link Publikation -
2013
Titel Secretome of Peripheral Blood Mononuclear Cells Enhances Wound Healing DOI 10.1371/journal.pone.0060103 Typ Journal Article Autor Mildner M Journal PLoS ONE Link Publikation -
2013
Titel Profiling of histamine H4 receptor agonists in native human monocytes DOI 10.1111/bph.12237 Typ Journal Article Autor Gschwandtner M Journal British Journal of Pharmacology Seiten 136-143 Link Publikation -
2012
Titel Topical Antihistamines Display Potent Anti-Inflammatory Activity Linked in Part to Enhanced Permeability Barrier Function DOI 10.1038/jid.2012.335 Typ Journal Article Autor Lin T Journal Journal of Investigative Dermatology Seiten 469-478 Link Publikation -
2012
Titel Histamine down-regulates IL-27 production in antigen-presenting cells DOI 10.1189/jlb.0111017 Typ Journal Article Autor Gschwandtner M Journal Journal of Leukocyte Biology Seiten 21-29 -
2012
Titel Histamine suppresses epidermal keratinocyte differentiation and impairs skin barrier function in a human skin model DOI 10.1111/all.12051 Typ Journal Article Autor Gschwandtner M Journal Allergy Seiten 37-47 Link Publikation