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Quantenoptische Phänomene in magnetoelektrischen Kristallen

Quantum-optical phenomena in magnetoelectric crystals

David Szaller (ORCID: 0000-0003-4451-118X)
  • Grant-DOI 10.55776/TAI334
  • Förderprogramm 1000 Ideen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2021
  • Projektende 30.06.2023
  • Bewilligungssumme 152.802 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Physik, Astronomie (100%)

Keywords

    Quantum Optics, Magnetoelectric Crystals, Dicke model, Superradiance, One-Way Transparency, GHz spectroscopy

Abstract Endbericht

Seit Star Wars sind Laser aus Sci-Fi-Filmen und in letzter Zeit auch aus alltäglichen Anwendungen wie DVD-Playern und Laserpointern bekannt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtquellen erzeugen Laser einen kohärenten Lichtstrahl, der durch eine einzige Wellenlänge und eine einzige Wellenfunktion von Position und Zeit beschrieben werden kann. Das Lasermedium befindet sich zwischen einem Spiegelpaar, einem sogenannten optischen Hohlraumresonator. Die Hohlraumlänge wählt den einzig möglichen Lichtmodus aus, der die Wellenlänge des Ausgangsstrahls bestimmt. Laser reagieren jedoch empfindlich auf kleine Änderungen in der Länge des optischen Hohlraumresonators, was ihre Verwendung in hochpräzisen Anwendungen wie Atomuhren einschränkt. Dieser Nachteil wird in der Quantenoptik überwunden. Das Phasengedächtnis des Systems wird im kollektiven Quantenzustand des Lasermaterials und nicht in den geometrischen Parametern des Resonators gespeichert. Der kollektive Zustand des Materials garantiert die hohe Stabilität des Laserstrahls, wenn er von der Umgebung isoliert ist. Die experimentellen Realisierungen solcher Systeme arbeiten typischerweise nahe dem absoluten Temperaturnullpunkt, was ihre Untersuchung einschränkt und praktische Anwendungen unmöglich macht. In unserem Projekt planen wir, quantenoptische Effekte bei routinemäßig zugänglichen Standardlabortemperaturen zu realisieren. Unabhängige auf- oder abwärts gerichtete magnetische Momente (Spins) von Seltenerdmetall-Ionen ergeben das Ensemble der Zwei- Zustands-Quantensysteme unserer Studie. Die Welle, die sie verbindet, wird durch die Schwingungen (Spinwellen) der sie umgebenden geordneten magnetischen Eisenmomente erzeugt. Daher konzentrieren wir uns auf die Realisierung der magnetischen Alternative der konventionellen Quantenoptik im elektrischen Bereich. Neben der fundamentalen Neuheit sind die wichtigsten praktischen Vorteile unseres Ansatzes die höheren, leicht zugänglichen charakteristischen Temperaturen, und, aufgrund der längeren Wellenlänge der Spinwellen, die Unempfindlichkeit gegenüber kleinen Änderungen der Probengröße.

Seit Star Wars haben Laser die Fantasie in Science-Fiction-Filmen beflügelt und ihren Weg in alltägliche Anwendungen wie DVD-Player und Laserpointer gefunden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lampen emittieren Laser kohärente Lichtstrahlen, die durch eine einzige Wellenlänge und eine einheitliche Wellenfunktion von Ort und Zeit gekennzeichnet sind. Diese Kohärenz ergibt sich aus der optischen Verstärkung, bei der die Abmessungen des optischen Hohlraums, in dem sich das Lasermedium befindet, eine einzige Lichtmode auswählen, die der Wellenlänge des Ausgangsstrahls entspricht. Laser sind jedoch anfällig für winzige Änderungen der Länge des optischen Hohlraumresonators, was ihre Verwendung in Präzisionsanwendungen wie Atomuhren einschränkt. In der Quantenoptik wird diese Einschränkung überwunden, indem das Phasengedächtnis des Systems im kollektiven Zustand des Lasermaterials gespeichert wird, anstatt sich auf die geometrischen Parameter des Resonators zu verlassen. Der kollektive Zustand des Lasermaterials ist von der Umgebung isoliert und gewährleistet eine hohe Stabilität des Laserstrahls. Experimentelle Realisierungen solcher Überstrahlungssysteme arbeiten in der Regel bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt, was ihre Erforschung einschränkt und praktische Anwendungen behindert. In unserem Projekt wollten wir quantenoptische Effekte routinemäßig bei Standard-Labortemperaturen erzielen. Wir nutzten unabhängige magnetische Momente (Spins) von Seltenerd-Ionen, die in unserer Studie als Quantensysteme mit zwei Zuständen agieren. Die Welle, die diese Spins verbindet, wird durch die Oszillationen (Spinwellen) der umgebenden magnetisch geordneten magnetischen Momente begünstigt. Wir konzentrieren uns also auf die Realisierung des magnetischen Gegenstücks der konventionellen Quantenoptik im elektrischen Bereich. Abgesehen von seiner grundlegenden Neuartigkeit bietet unser Ansatz praktische Vorteile wie höhere, leicht erreichbare charakteristische Temperaturen und Unempfindlichkeit gegenüber kleinen Änderungen der Probengröße aufgrund der größeren Wellenlänge der Spinwellen. Obwohl unser Experiment nur teilweise erfolgreich war, da wir nur 60 % der für den Überstrahlungszustand erforderlichen Kopplungsstärke erreichten, stellen unsere Ergebnisse einen bedeutenden Fortschritt im Vergleich zum Stand der Technik dar. Außerdem zeigen unsere Ergebnisse das vielversprechende Potenzial unseres Ansatzes für die Untersuchung quantenoptischer Phänomene. Als Nebenprodukt unserer Studien zum superradianten Phasenübergang haben wir zum ersten Mal die Rolle kollektiver Effekte bei der scheinbaren Dämpfung magnetischer Resonanzen aufgedeckt. Darüber hinaus entdeckten wir auch exotische magnetoelektrische Mehrfach-Magnon-Resonanzen in magnetoelektrischen Kristallen.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 82 Zitationen
  • 12 Publikationen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2022
    Titel Coexistence of antiferromagnetism and ferrimagnetism in adjacent honeycomb layers
    DOI 10.48550/arxiv.2202.04700
    Typ Preprint
    Autor Szaller D
  • 2022
    Titel Confirming the trilinear form of the optical magnetoelectric effect in the polar honeycomb antiferromagnet Co2Mo3O8
    DOI 10.1038/s41535-021-00417-3
    Typ Journal Article
    Autor Reschke S
    Journal npj Quantum Materials
    Seiten 1
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Squeezing the periodicity of Néel-type magnetic modulations by enhanced Dzyaloshinskii-Moriya interaction of 4d electrons
    DOI 10.1038/s41535-022-00432-y
    Typ Journal Article
    Autor Butykai Á
    Journal npj Quantum Materials
    Seiten 26
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Coexistence of antiferromagnetism and ferrimagnetism in adjacent honeycomb layers
    DOI 10.1103/physrevb.111.184404
    Typ Journal Article
    Autor Szaller D
    Journal Physical Review B
    Seiten 184404
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Confirming the trilinear form of the optical magnetoelectric effect in the polar honeycomb antiferromagnet Co$_{2}$Mo$_3$O$_8$
    DOI 10.48550/arxiv.2111.10217
    Typ Preprint
    Autor Reschke S
  • 2021
    Titel Selection rules and dynamic magnetoelectric effect of the spin waves in multiferroic BiFeO3
    DOI 10.1103/physrevb.104.174429
    Typ Journal Article
    Autor Farkas D
    Journal Physical Review B
    Seiten 174429
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Refining magnetic interactions from the magnetic field dependence of spin-wave excitations in magnetoelectric LiFePO$_4$
    DOI 10.48550/arxiv.2204.12967
    Typ Preprint
    Autor Peedu L
  • 2022
    Titel Terahertz spectroscopy of spin excitations in magnetoelectric LiFePO4 in high magnetic fields
    DOI 10.1103/physrevb.106.134413
    Typ Journal Article
    Autor Peedu L
    Journal Physical Review B
    Seiten 134413
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Selection rules and dynamic magnetoelectric effect of the spin waves in multiferroic BiFeO$_3$
    DOI 10.48550/arxiv.2109.14990
    Typ Preprint
    Autor Farkas D
  • 2021
    Titel Energy spectrum of semimetallic HgTe quantum wells
    DOI 10.1103/physrevb.104.115307
    Typ Journal Article
    Autor Gospodaric J
    Journal Physical Review B
    Seiten 115307
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Energy spectrum of semimetallic HgTe quantum wells
    DOI 10.48550/arxiv.2109.07254
    Typ Preprint
    Autor Gospodaric J
  • 2021
    Titel Magnetic equivalent of electric superradiance in yttrium-iron-garnet films
    DOI 10.1038/s42005-021-00593-5
    Typ Journal Article
    Autor Weymann L
    Journal Communications Physics
    Seiten 97
    Link Publikation
Weitere Förderungen
  • 2022
    Titel Hochschuljubiläumsfonds der Stadt Wien
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2022
    Geldgeber City of Vienna

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