BRAINTOX: Ureämische Toxine, Hirn und Chemotherapie
BRAINTOX Uremic Toxins in Chemotherapy Response in the Brain
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)
Keywords
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Uremic Toxins,
Brain Tumor,
Precision Medicine,
Metabolomics,
Gut-Brain Axis
Das Glioblastom ist eine aggressive, schnell wachsende Form eines Hirntumors. Es gibt bislang noch keine wirksame Behandlung, daher überleben die meisten Patienten nur etwa 14 Monate nach der Diagnose. Eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung des Glioblastoms ist, dass der Tumor seine Energiegewinnung umstellen kann, was ihm hilft schneller zu wachsen. Außerdem reagiert auch jeder Patient unterschiedlich auf die Krebstherapie. Daher kann das Verständnis darüber, wie der Tumor seinen Stoffwechsel verändert dazu beitragen, die optimale Behandlung für jeden einzelnen Patienten zu finden. In einer kürzlich durchgeführten Studie fanden wir überraschend hohe Konzentrationen bestimmter Substanzen, sogenannte urämische Toxine (wie p-Cresylsulfat und Indoxylsulfat), im Hirntumorgewebe. Diese Toxine kommen normalerweise im Urin vor und sollten sich eigentlich nicht in anderen Teilen des Körpers ansammeln. Im Rahmen des FWF-1000-Ideen-Programms erforschen wir eine neue Idee: und zwar dass diese urämischen Toxine möglicherweise von Hirntumorzellen aufgenommen werden und die Reaktion der Patienten auf die Behandlung beeinflussen könnten. Um diese Idee zu testen, verwenden wir innovative Methoden, um zu erforschen, in welchen Regionen des Hirntumors sich diese urämische Toxine ansammeln und wie die Tumorzellen diese Toxine in ihren Stoffwechsel einbauen. Wir untersuchen auch, wie diese urämischen Toxine die Wirksamkeit der Krebstherapie beeinflussen. Um dies zu untersuchen, entnehmen Chirurgen der Medizinischen Universität Graz Tumorzellen von Patienten mit Glioblastom. Anschließend werden diese in den Labors von CBmed-kultiviert und die direkt vom Patienten kommenden Zellen mit einer Kombination aus urämischen Toxinen und Krebstherapeutika behandelt. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit dem Joanneum Research Institut die Wirkung der urämischen Toxine in einem Glioblastom-Mausmodell untersucht. All diese Experimente liefern Informationen darüber, ob urämische Toxine die Reaktion auf die Krebstherapie verbessern oder verschlechtern, was uns einen Schritt näher an die personalisierte Medizin in der Krebsbehandlung bringt.
- Christoph Magnes, Joanneum Research , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Elmar Zügner, Joanneum Research , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Altendorfer-Kroath, Joanneum Research , assoziierte:r Forschungspartner:in