Den Gefahren virtueller Echo-Kammern in Schulen entgegnen!
Facing the Threats of Virtual Echo Chambers in Schools!
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (50%); Informatik (20%); Psychologie (30%)
Keywords
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Reflective Search Literacy,
Digital Echo Chamber,
Citizen Science,
Technology Enhanced Learning,
Personalized Recommendation,
Creative Cognition
Die konstruktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemstellungen bedarf einer Meinungsbildung, der eine kompetente Suche nach Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven und deren Bewertung vorausgeht. Dementsprechend werden derzeit kommunikative Vorgänge in sozialen Medien mit großer Sorge beobachtet, die unter dem Begriff der virtuellen Echokammer den aktuellen, bildungspolitischen Diskurs mitbestimmen: Das Verhalten in Facebook, WhatsApp und Co scheint von der Neigung bzw. Bequemlichkeit mitbestimmt zu werden, einen virtuellen Kreis rund um Gleichgesinnte zu ziehen und sich von alternativen Sichtweisen abzukapseln. Aufgrund dieser Entwicklungen und der Sorge um unsere Öffentlichkeit als produktiver Treffpunkt unterschiedlicher Sichtweisen erwägt z.B. das Österreichische Bildungsministerium ein eigenes Unterrichtsfach für den Erwerb digitaler Kompetenzen einzuführen. Die vorliegende Top Citizen Science (Bürgerwissenschaft-)Initiative greift diese bildungspolitische Entwicklung auf und verfolgt die Ziele, (a) ein Training einschlägiger Kompetenzen und (b) ein Design für unterstützende Technologien in einer transdisziplinären Zusammenarbeit von Schule und Universität zu entwickeln, und zwar durch eine Verbindung von praktischem Wissen der LehrerInnen und von wissenschaftlichem Wissen, insbesondere von InformatikerInnen und PsychologInnen. Den Schwerpunkt legt das Projekt dabei auf den Erwerb der Kompetenzen, (i) sich der Ursachen und Folgen einer Echokammer gewahr zu werden und (ii) ihnen kraft einer kritisch-reflektierenden Informationssuche selbstbestimmt zu begegnen. Den wissenschaftlichen Ausgangspunkt für diese Top Citizen Science (TCS-)Initiative liefert das aktuell laufende und vom FWF geförderte Einzelprojekt OMFix (Overcoming Mental Fixation, P27709; http://kti.tugraz.at/css/projects/omfix/). Es widmet sich gedächtnispsychologischen Ursachen für eine gedankliche Einengung (mentale Fixation) während der Suche in sozialen Web-Umgebungen und entwickelt eine innovative Logik für mental stimulierende Informationsdienste. Die TCS-basierte Erweiterung um die Expertise der LehrerInnen im Unterrichten und Fördern kritischen Denkens und kompetenten Suchens soll es ermöglichen, die gewonnenen OMFix-Einsichten in der Konzipierung von fächerübergreifenden Trainingsmaßnahmen im Kontext kollaborativen und problembasierten Lernens anzuwenden, zu vertiefen und im Unterricht zu implementieren. In forschungsmethodischer Hinsicht wird ein Ansatz verfolgt, der sich zur experimentell-quantitativen Vorgehensweise von OMFix (FWF-P27709) komplementär verhält: (a) Im Rahmen von Workshops an Schulen finden konkrete Übungen zur Suche und sozialen Interaktion im Web statt, um (b) anhand qualitativer Analysen von Beobachtungsprotokollen Schwierigkeiten zu identifizieren , diese (c) in Fokusgruppen gemeinsam mit LehrerInnen und SchülerInnen zu diskutieren, (d) daraus Handlungsempfehlungen für Schulen abzuleiten und (e) unterstützende technologische Maßnahemen weiter zu entwickeln.
Die konstruktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemstellungen bedarf einer Meinungsbildung, der eine kompetente Suche nach Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven und deren Bewertung vorausgeht. Dementsprechend werden derzeit kommunikative Vorgänge in sozialen Medien mit großer Sorge beobachtet. Unter dem Begriff der virtuellen Echokammer wird das Verhalten in Facebook, WhatsApp und Co diskutiert, das durch die Neigung bzw. Bequemlichkeit entsteht, einen virtuellen Kreis rund um Gleichgesinnte zu ziehen und sich von alternativen Sichtweisen abzukapseln. Aufgrund solcher Entwicklungen und der Sorge um unsere Öffentlichkeit als produktiver Treffpunkt unterschiedlicher Sichtweisen sieht z.B. das Österreichische Bildungsministerium seit kurzem ein eigenes Unterrichtsfach oder auch den fächerübergreifenden Unterricht zum Erwerb digitaler Kompetenzen vor. Die vorliegende Top Citizen Science (Bürgerwissenschaft-)Initiative griff diese bildungspolitische Entwicklung auf und verfolgte die Ziele, (a) ein Training einschlägiger Kompetenzen und (b) ein Design für unterstützende Technologien in einer transdisziplinären Zusammenarbeit von Schule und Universität zu entwickeln, und zwar durch eine Verbindung von praktischem Wissen der Lehrer*innen und von wissenschaftlichem Wissen, insbesondere von Informatiker*innen und Psycholog*innen. Den Schwerpunkt legte das Projekt dabei auf den Erwerb der Kompetenzen, (i) sich der Ursachen und Folgen einer Echokammer gewahr zu werden und (ii) ihnen kraft einer kritisch- reflektierenden Informationssuche selbstbestimmt zu begegnen. Den wissenschaftlichen Ausgangspunkt für diese Initiative lieferte das vom FWF geförderte EinzelprojektOMFix (OvercomingMental Fixation, P27709; http://kti.tugraz.at/css/projects/omfix/). Es widmete sich gedächtnispsychologischen Ursachen für eine gedankliche Einengung (mentale Fixation) während der Suche in sozialen Web-Umgebungen und arbeitete an einer innovativen Logik für mental stimulierende Informationsdienste. Die TCS-basierte Erweiterung um die Expertise der Lehrer*innen im Unterrichten und Fördern kritischen Denkens und kompetenten Suchens sollte es ermöglichen, diegewonnenenOMFix-Einsichtenin der Konzipierung von fächerübergreifenden Trainingsmaßnahmen im Kontext kollaborativen und problembasierten Lernens anzuwenden, zu vertiefen und im Unterricht zu implementieren. In forschungsmethodischer Hinsicht wurde ein Ansatz verfolgt, der sich zur experimentell- quantitativen Vorgehensweise von OMFix (FWF-P27709) komplementär verhielt: (a) Im Rahmen von Workshops an Schulen fanden konkrete Übungen zur Suche und Evalution von Information im Web statt, um (b) anhand qualitativer Analysen von Beobachtungsprotokollen Schwierigkeiten zu identifizieren, diese (c) in Fokusgruppen gemeinsam mit Lehrer*innen und Schüler*innen zu diskutieren, (d) daraus Trainingsmaterialien für Schulen zu erstellen und (e) unterstützende technologische Maßnahmen weiter zu entwickeln.
- Technische Universität Graz - 100%
Research Output
- 1 Publikationen
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2018
Titel TEACHING DIGITAL COMPETENCES IN SCHOOLS: A PARTICIPATORY RESEARCH APPROACH DOI 10.21125/edulearn.2018.1935 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Kopeinik S Seiten 8296-8302