Epidemiologie von Entzündung und kardiovaskulärer Erkrankung
Epidemiology of inflammation and cardiovascular diseases
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)
Keywords
-
Thrombosis,
Inflammation,
Systems Medicine,
Epidemiology,
Cardiovascular Diseases
Das laufende Spezialforschungsprojekt SFB-F54 (Zelluläre Mediatoren zwischen Entzündung und Thrombose) soll in Richtung eines Bürger-Beteiligungsprojekts erweitert werden. Dadurch sollen wertvolle epidemiologische Daten aus Routine-Untersuchungen und Lebensstil-Faktoren generiert werden, und andererseits wird eine signifikante Zahl von Bürgern für Wissenschaft im Bereich der kardiovaskulären Erkrankungen sensibilisiert und in den Erkenntnis-Prozess und die Erzielung von Forschungsergebnissen mit eingebunden. Zu diesem Zweck ist es geplant ein Kooperationsprojekt mit etwa 75 Schülern und 3 Lehrern eines Gymnasiums durchzuführen, die ihrerseits jeweils 5 Familien-Mitglieder (also insgesamt etwa 375 Personen) in das Projekt integrieren. Somit können Gesundheitsdaten von etwa 450 Menschen erhoben werden, die sowohl junge gesunde Probanden, als auch ältere Personen umfassen. Letztere zeigen zwar oft keine Krankheitssymptome, können sich aber bereits in einem Vorstadiumkardiovaskulärer Erkrankungen befinden. Derartige Krankheitsvorstufen sind oft mit chronischen Entzündungen verbunden, die in Zusammenhang mit anderen Lebensfaktoren, wie Adipositas oder Typ-2 Diabetes stehen. Die epidemiologischen Daten werden dann von den Schülern in Zusammenarbeit mit Lehrern und Wissenschaftlern analysiert. Auf Basis dieser Informationen sollen 2 Untergruppen definiert und wissenschaftlich genauer untersucht werden: etwa 30 gesunde Schüler (>18 Jahre) und etwa 30 ältere Familien-Mitglieder mit potentiellen Krankheitsvorstufen. Von diesen 60 Probanden werden Blutproben gewonnen, die einer genaueren Analyse von Blutgerinnung und Entzündungsparametern unterworfen werden. Zusätzlich werden Gen-Aktivitäten und epigenetische Veränderungen der Blutzellen analysiert. Diese Daten sollen mit Hilfe professioneller Bioinformatik und systembiologischer Methoden analysiert werden, um komplexe Zusammenhänge erkennen zu können. Die erzielten Ergebnisse werden wieder in einem strukturierten Feedback-Prozess an die Teilnehmer der Studie vermittelt und auch der Öffentlichkeit in anonymisierter Form elektronisch zur Verfügung gestellt.
Das Projekt "Epidemiologie von Entzündungsprozessen und kardiovaskulären Erkrankungen" wurde als Bürgerbeteiligungsprojekt konzipiert, um potenzielle Einflüsse von Lebensstil-Faktoren sowie psychischen Belastungen der Kindheit auf Gesundheitsparameter untersuchen zu können und um in einer kleineren Gruppe von Teilnehmern epigenetische Veränderungen der weißen Blutkörperchen zu analysieren. Zu diesem Zweck wurde eine Kooperation mit einem Gymnasium in Niederösterreich initiiert. Schüler der letzten beiden Schulstufen sollten Familienmitglieder für eine anonyme Online-Umfrage gewinnen, bei der die Probanden die Ergebnisse einer Gesunden-Untersuchung eingeben in Kombination mit Angaben zum Lebensstil (wie Ernährungs- oder Schlafgewohnheiten, Wohnumgebung etc.). Zusätzlich wurden die Teilnehmer aufgefordert einen psychologischen Fragebogen über ihre Kindheit auszufüllen, da es Indizien dafür gibt, dass eine höhere psychische Belastung in der Kindheit zu chronischen Entzündungszuständen führen kann. In weiterer Folge wurden auch Medizinstudenten involviert, um Studien-Teilnehmer zu rekrutieren, was am Ende des Projekts zu einem Datensatz aus etwa 350 Personen geführt hat. Jeder einzelne Parameter des gewonnenen Datensatzes wurde mit allen anderen Parametern korreliert und dabei konnten viele unerwartete Zusammenhänge identifiziert werden, die statistisch signifikant waren. Die beteiligten Studenten nutzten diese Informationen für medizinische Diplomarbeiten, wie etwa Zusammenhänge zwischen Schlafgewohnheiten und chronischen Entzündungszuständen, oder den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf verschiedene Gesundheitsparameter. Zusätzlich wurden auch Probanden für Blutabnahmen rekrutiert, bei denen einerseits spezifische Blutgerinnungsanalysen durchgeführt wurden und andererseits der epigenetische Zustand der weißen Blutkörperchen bestimmt wurde. Dabei wurde die Methylierung der DNA analysiert, was Aussagen über die Zugänglichkeit des Genoms für regulatorische Faktoren erlaubt. Diese Analyse hat ergeben, dass mit zunehmendem Alter jene DNA-Regionen stärker aktivierbar werden, die für inflammatorische Gene kodieren. Das unterstützt das Konzept, dass es mit dem Alter zu chronischen Entzündungszuständen kommt, die das Auftreten kardiovaskulärer Krankheiten begünstigen.
Research Output
- 1 Policies
- 1 Methoden & Materialien
- 1 Disseminationen
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2019
Titel Training of medical students in aspects of epidemiology, lifestyle and inflammatory conditions Typ Influenced training of practitioners or researchers
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0
Titel New methods of network analysis to study links between lifestyle factors and clinical parameters Typ Technology assay or reagent Öffentlich zugänglich