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Was machen Krähen im Zoo?

What do crows in Vienna Zoo?

Thomas Bugnyar (ORCID: 0000-0002-6072-9667)
  • Grant-DOI 10.55776/TCS67
  • Förderprogramm Top Citizen Science
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2020
  • Projektende 31.01.2022
  • Bewilligungssumme 47.864 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Agrarwissenschaften (10%); Biologie (90%)

Keywords

    Group Formation, Citizen Science, Zoo Vienna, Carrion Crows

Abstract Endbericht

Als typische Kulturfolger nutzen Rabenvögel regelmäßig menschliche Siedlungen als Aufenthaltsort und Nahrungsquelle. Oft bilden sie dabei Gruppen von unterschiedlicher Größe. Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Gruppen nicht völlig anonyme Ansammlungen mit zufälliger Zusammensetzung sind, da sich mehrere Vögel immer wieder treffen. Was Raben und Krähen dazu bringt sich bestimmten Gruppen anzuschließen bzw. dort zu bleiben, ist Gegenstand eines derzeitigen vom FWF geförderten Forschungsprojekts, wobei Kolkraben großräumig im nördlichen Alpenraum und Krähen kleinräumig in der Stadt Wien untersucht werden. In der vorliegenden Studie sollen Besucher*innen des Tiergarten Schönbrunns im Rahmen eines Citizen Science Programms in unsere wissenschaftliche Studie an Rabenvögel eingebunden werden. Konkret sollen Besucher*innen erforschen, welche Krähenarten im Zoo freilebend vorkommen, wo sie sich bevorzugt aufhalten und was sie an unterschiedlichen Orten tun. Ziel ist, die Gruppendynamik von Krähen in verschiedenen Arealen des Tiergartens zu beschreiben und so den Einfluss ökologische Faktoren wie Nahrungsverfügbarkeit bzw. Raubfeindriskio auf die Gruppenbildung zu testen. Interessierte Besucher*innen werden angeleitet sich in das aktive Monitoring der Krähen via einer speziell entwickelten App zu involvieren (crowdsourcing); im Rahmen von Feedback-Runden und speziellen Workshops können sie auch zum Verbessern der App bzw. der Verfeinerung der Forschungsmethoden beitragen (participatory science).

Raben und Krähen gelten als Kulturfolger, die man immer wieder in Gruppen beobachten kann. Obwohl diese Gruppen einen offenen Charakter haben, und Individuen dazukommen und wieder gehen können, sind sie nicht nur zufällige Ansammlungen an Orten mit Futter. Einige Vögel treffen sich regelmäßig, vielleicht weil sie Vorlieben für bestimmte Orte oder soziale Konstellationen entwickeln. Was einzelne Vögel dazu bringt sich anderen anzuschließen, wurde bereits an Kolkraben großflächig innerhalb der Alpen erforscht. Nun interessierte uns derlei Entscheidungen bei Krähen in der Stadt. Der Tiergarten Schönbrunn bietet Krähen eine breite Palette an Möglichkeiten an Nahrung zu kommen, u.a. können sie bei unterschiedlichsten Zootieren mit fressen; zudem wird der Zoo von mehreren tausend Besuchern pro Tag frequentiert. Ziel des vorliegenden Projekts war daher, mittels eines Citizen Science (CS) Ansatzes mögliche Effekte der Zootiere auf die Gruppenbildung der Krähen zu untersuchen. Zudem wollten wir den CS Ansatz nutzen, um Interaktionen zwischen Krähen und Zootieren zu dokumentieren und herausfinden, wie gut Zoobesucher zwischen verschiedenen Krähenarten unterscheiden können. Trotz der enormen Einschränkungen durch die Covid-10 Pandemie, die auch vier Schließungen des Zoos im Untersuchungszeitraum mit sich brachte, war die Umsetzung des CS Ansatzes ein voller Erfolg: Besucher involvierten sich aktiv in die Datenaufnahme mittels dem neu entwickelten App "KraMobil" und trugen so zu mehr als 17.000 Einträge in den Sommermonaten 2020 und 21 bei. Obwohl die Analyse dieses großen Datensatzes noch läuft, zeigen erste Ergebnisse bereits, dass Krähen im Tiergarten Schönbrunn eher kleine Gruppen bilden, was genau zu unseren bisherigen Studien an diesen Krähen passt. Wir können auch bestätigen, dass sich der CS Ansatz hervorragend dazu eignet seltene Verhaltensweise zu dokumentieren: im Vergleich zu der beindruckenden Zahl an 1042 Beobachtungen von Interaktionen mit Zootieren, die von Besuchern erhoben wurden, konnten zwei Masterstudierende trotz intensiver Bemühung nur insgesamt 19 solcher Fälle in einem vergleichbaren Zeitraum nachweisen. Letztlich zeigte sich auch, dass die meisten Teilnehmer wesentlich besser in der Lage waren, zwischen verschiedenen Krähenarten zu unterschieden, als sie es sich selbst zutrauten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der CS Ansatz eine attraktive und vielversprechende Methode darstellt, um Verhaltensbeobachtungen von Tieren in einem urbanen Umfeld wie dem Tiergarten Schönbrunn durchzuführen. Eine Weiterführung bzw. ein Ausbau des CS Ansatzes ist geplant und bereits in Vorbereitung.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Regina Kramer, Schönbrunner Tiergarten-Gesellschaft m.b.H. , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Didone Frigerio, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in

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