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Südasien in Zentraleuropa

South Asia in Central Europe

Simone Wille (ORCID: 0000-0002-9689-7769)
  • Grant-DOI 10.55776/V880
  • Förderprogramm Elise Richter
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2021
  • Projektende 31.08.2025
  • Bewilligungssumme 340.868 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (60%); Politikwissenschaften (10%); Soziologie (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (5%)

Keywords

    Transnational Modernist Art, Postcolonial Aesthetics, Transregional Modernism, Transnational Socialism, Postindependence Artists, South Asian modernist art

Abstract Endbericht

Das Forschungsprojekt Südasien in Mitteleuropa untersucht die künstlerische Praxis der Moderne zwischen 1947 und 1989, indem es die Karrieren südasiatischer Künstler und ihre Verbindungen zu Mitteleuropa während der Zeit des Kalten Krieges nachzeichnet. Es macht sich daher daran, die Landkarte der Moderne neu zu zeichnen. Südasien in Mitteleuropa wird sich auf die operative Funktion sozialistischer Solidaritäten und Enthusiasmus insbesondere unter Jugendlichen während der Zeit der Dekolonisierung konzentrieren. Das Projekt richtet den Fokus auf Künstler, die in Bombay (Mumbai seit 1995), Neu-Delhi, Kalkutta (Kolkata seit 2001), Colombo und Lahore tätig waren, und verfolgt deren ideologischen, intellektuellen und künstlerischen Wegen zu und im Austausch mit Orten in Mitteleuropa mit Prag als Drehscheibe von wo aus Abschweifungen nach Brünn, Bratislava, Olmütz, Leitmeritz, Leipzig, Wien und St. Margarethen gemacht wurden. Prag als Drehscheibe nehmend, bietet das Projekt eine dezentrale, standortübergreifende, mobile und verschränkte Darstellung der Kunstverläufe der Moderne. Durch die Berücksichtigung des einheitlichen Interesses der Künstler an Utopien, Sozialismus, Internationalismus und postkolonialer Ästhetik weist Südasien in Mitteleuropa auf die zentrale Rolle des linken Denkens bei der Entwicklung der Moderne in Südasien hin. Als zentrales Anliegen hinterfragt das Projekt die Geopolitik und die bipolaren Narrative von Ost und West, indem es die Region als Terrain sich verändernder und umstrittener Ästhetik und Politik identifiziert und nicht als geopolitische Realität. Südasien in Mitteleuropa untersucht die Auswirkungen des Austauschs und der Begegnung mit dem sozialistischen Europa auf die breitere künstlerische Landschaft in ganz Südasien.

Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt South Asia in Central Europe: The Mobility of Artists and Artworks between 1947 and 1989 (V880-G) (https://www.uibk.ac.at/en/projects/south-asia-in-central-europe/) lief von September 2021 bis August 2025. South Asia in Central Europe hatte zum Ziel, die komplexen geografischen Netzwerke und künstlerischen Reisen zu untersuchen, die zwischen Südasien und Mitteleuropa stattfanden, mit einem besonderen Fokus auf Prag. Im Zentrum des Projekts standen Künstlerinnen und Künstler aus Bombay (seit 1995 Mumbai), Neu-Delhi, Kalkutta (seit 2001 Kolkata), Colombo und Lahore. Verfolgt wurden ihre ideologischen, intellektuellen und künstlerischen Wege sowie ihre Austauschprozesse mit Orten in Mitteleuropa, wobei Prag als Dreh- und Angelpunkt fungierte, von dem aus Abstecher nach Brünn, Bratislava, Olmütz, Leitmeritz, Leipzig, Wien und St. Margarethen unternommen wurden. Dieses Austauschsystem umfasste die vielfältigen Wege der Mobilität von Künstlern und ihren Kunstwerken, die in der Nachkriegszeit von Südasien nach Mitteleuropa reisten. Vor diesem Hintergrund fragte das Projekt, inwieweit die bislang wenig erforschte künstlerische Mobilität außerhalb der traditionellen Zentren der Moderne und parallel zum geläufigeren Ost-West-Austausch ästhetische und diskursive Dimensionen der modernen Kunst in den postkolonialen Gesellschaften Südasiens geprägt, beeinflusst und mitgestaltet hat. Unter Berücksichtigung des gemeinsamen Interesses der KünstlerInnen an Utopien, Sozialismus, Internationalismus und postkolonialer Ästhetik verwies South Asia in Central Europe auf die zentrale Rolle, die linkes Gedankengut bei der Entwicklung der Moderne in Südasien spielte. Ein zentrales Anliegen des Projekts war es, geopolitische Sichtweisen und bipolare Ost-West-Narrative zu hinterfragen, indem die Region nicht als geopolitische Realität, sondern als Terrain sich wandelnder und umkämpfter ästhetischer und politischer Positionen verstanden wurde. Methodisch verband das Projekt die Untersuchung linken Denkens und eines angenommenen sozialistischen Kosmopolitismus mit Fragen von Mobilität, Begegnung und kunsthistorischer Analyse. Ziel war es, ein konzeptuelles Dreieck aus Mobilitätsformen, Moderne und sozialistischem Kosmopolitismus zu entwickeln, um zu erforschen, wie moderne Kunst und ihre Künstlerinnen und Künstler in Südasien von spezifischen Formen sozialistischen Denkens angezogen wurden, darauf reagierten und von ihnen geprägt waren. Das Ergebnis des Projekts ist in der Monografie Cold War Art Worlds: South Asian Art and Artists in Prague, 1947-1989 (Leuven: Leuven University Press, 2025) veröffentlicht. DOI: 10.11116/9789461666635

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Naman P. Ahuja, Jawaharlal Nehru University - Indien
  • Marketa Hanova, Nationalgalerie Prag - Tschechien

Research Output

  • 7 Publikationen
  • 7 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2024
    Titel M. F. Husain's Work in the Collection of the National Gallery in Prague: Connecting East and West; In: Collecting Asian Art: Cultural Politics & Transregional Networks in Twentieth-Century Central Europe
    Typ Book Chapter
    Autor Simone Wile
    Verlag Leuven University Press
    Seiten 171-185
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Of Centers, Peripheries, Values, and Judgements. Simone Wille in Conversation with Partha Mitter on 'Decentering Modernism' and Modernist Routes beyond Western Europe; In: Collecting Asian Art: Cultural Politics & Transregional Networks in Twentieth-Century Central Europe
    Typ Book Chapter
    Autor Simone Wile
    Verlag Leuven University Press
    Seiten 205-216
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Collecting Asian Art: Central Europe's Transregional Connectivity; In: Collecting Asian Art: Cultural Politics & Transregional Networks in Twentieth-Century Central Europe
    Typ Book Chapter
    Autor Simone Wile
    Verlag Leuven University Press
    Seiten 9-28
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Cold War Art Worlds
    DOI 10.11116/9789461666635
    Typ Book
    Autor Wille S
    Verlag Leuven University Press
  • 2024
    Titel Collecting Asian Art
    DOI 10.11116/9789461665409
    Typ Book
    editors Hánová M, Kadoi Y, Wille S
    Verlag Leuven University Press
  • 2023
    Titel Significance of Mobility and the Artistic Practice of Zahoor ul Akhlaq
    DOI 10.17885/heiup.jts.2022.1-2.24802
    Typ Other
    Autor Wille S
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Transformation as an Artistic Strategy in the Work of the Artist Anwar Saeed
    DOI 10.30687/va/2385-2720/2023/01/010
    Typ Journal Article
    Autor Wille S
    Journal Venezia Arti
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2025
    Titel editorial board member of the National Gallery in Prague
    Typ Prestigious/honorary/advisory position to an external body
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)
  • 2025
    Titel Advisory Council
    Typ Prestigious/honorary/advisory position to an external body
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2021
    Titel Affiliated Researcher
    Typ Attracted visiting staff or user to your research group
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2021
    Titel Guest Scientist
    Typ Awarded honorary membership, or a fellowship, of a learned society
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2019
    Titel keynote lecture
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)
  • 2016
    Titel Shakir Ali Anniversary Festivity
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2016
    Titel Juror
    Typ Prestigious/honorary/advisory position to an external body
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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