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Asiatische Migrantinnen: Gender, Körper, Gesundheit, Versorgung

Asian immigrant women: gender, body, health and care

Christine Binder-Fritz (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/V90
  • Förderprogramm Elise Richter
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2008
  • Projektende 31.05.2012
  • Bewilligungssumme 223.885 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (10%); Gesundheitswissenschaften (20%); Soziologie (70%)

Keywords

    Asian immigrant women, Women'S Sexual And Reproductive Health, Medical Anthropology, Indochine and China, Gender And Health, Anthropology of the Body

Abstract

Migrantinnen aus Thailand, Kambodscha, Vietnam und China sind im Zentrum des geplanten ethnografischen Forschungsprojekts. Indem das Augenmerk auf die persönlichen Ansichten und Erfahrungen der Frauen gerichtet wird, zielt das Projekt darauf ab zu untersuchen auf welche Weise lokale und globale Ideen über den weiblichen Körper einander übergreifend, die Ansichten und das Gesundheits- und Krankheitsverhalten asiatischer Migrantinnen beeinflussen. Das Hauptziel des Projekts ist die Generierung neuer Kenntnisse bezüglich Gender, Sexualität und reproduktiver Gesundheit unter einer ethnischen Subpopulation, die bislang von der Forschung völlig vernachlässigt bzw. übersehen wurde. Die qualitative Datenerhebung beschäftigt sich weiters mit dem Aspekt der Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung für diese Bevölkerungsgruppe die in den letzten Jahren zahlenmäßig stark zugenommen hat. Da unsere Gesundheitseinrichtungen in steigendem Maße in interkulturellen settings agieren, wird die transkulturelle Kompetenz des Personals als eine Schlüsselqualifikation erachtet, um die Qualität der Dienstleistungen in multi-ethnischen Gesellschaften zu gewähren. Die fortlaufende Dynamik und der Fluss moderner Migrationsformen in einer globalisierten Welt verlangt nach ständiger Evaluierung der angebotenen Gesundheitsdienste und nach zukunftsorientierten Planungen im Gesundheitssystem. In diesem Sinne vereint das Projekt Forschung und Praxis und leistet hiermit einen Beitrag zur empirischen Verankerung des Diversitätsgedankens auf dem Gesundheitssektor. Das Projekt zielt weiters darauf auf potentielle soziokulturelle Barrieren zu erfassen die den Asiatischen Frauen hinsichtlich der Inanspruchnahme präventivmedizinischer Programme, wie etwa Krebsvorsorge (Krebsabstrich oder Mammographie) im Wege stehen könnten. Auch Risikoverhalten auf sexuellem Gebiet soll erfasst werden, hinsichtlich der HIV/AIDS Prävention in bestimmten Risikogruppen, insbesondere betrifft dies Asiatinnen, die als Sexarbeiterinnen tätig sind. Des Weiteren steht das Thema Medizinpluralismus mit der Selbstmedikation von pharmazeutischen Produkten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Das vorgeschlagene Habilitationsprojekt würde den Einfluss von weiblichen Wissenschafterinnen in der Medizin vergrößern und zum interdisziplinären Charakter der Medizin beitragen. Zielsetzung und Themenfelder 1) Gender-Konstruktionen und "gendered bodies": Der Einfluss tiefverwurzelter sozialer und religiöser Prinzipien und Vorstellungen über den weiblichen Körper und seine reproduktiven Organe (Tabus, moralische Konzepte, Vorstellungen von "rein und unrein") soll untersucht werden, um jene Faktoren herauszufiltern, die für Gesundheitspersonal in gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilungen von Bedeutung sind. 2) Medizinpluralismus, Gesundheits-Krankheitsverhalten und Kleinman`s "explanatory models": Es soll die Einstellung der Frauen gegenüber moderner Westlicher Medizin sowie hinsichtlich Asiatischer Medizintraditionen untersucht werden, und ihre Erfahrungen mit jenen Therapien erfasst werden, die sie im Falle gynäkologischer Probleme oder solcher im Kontext mit Geburt oder Wechseljahren angewendet haben. Weiters soll das Ausmaß der Selbstmedikation erfasst werden. 3) "Body politics", Medikalisierung and "women`s health rights": Hier soll der Einfluss staatlicher Bevölkerungspolitik (in China und Vietnam kommunistischer Politik) sowie von Ideologien wie etwa dem traditionellen Konfuzianismus, auf die Entscheidung der Frauen hinsichtlich Familienplanung, Kontrazeption (Intrauterin-Spirale?) oder pränataler Diagnostik (Präferenz männlicher Nachkommen?) untersucht werden. Methode: Das Forschungsprojekt hat formativen Charakter und mehrere überlappende Abschnitte, Medical anthropology (Kleinman 1980) bildet den konzeptionellen Rahmen, mit Fokus auf Körpertheorien: "embodiment" (Csordas 1994), das Konzept der 3 Körper ((Scheper-Hughes& Lock 1987), sowie die Werke von Pierre Bourdieu (1977) und Michel Foucault (1977). Zusätzlich wird eine ethnografische Datenerhebung in Indochina, sowie Interviews mit Spitalspersonal durchgeführt, um die Interview-Aussagen der Frauen in einen weiteren Kontext zu stellen. Wir haben drei asiatische Forschungsassistentinnen im Projekteam (community Partizipation an Gesundheitspolitik).

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%

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