Das Gewichtsverständnis des Kea Papageis
Hidden properties: The kea´s understanding of weight
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Psychologie (80%)
Keywords
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Weight Understanding,
Physical Cognition,
Comparative Psychology,
Problem Solving,
Parrot,
Tool Use
In der gesamten Natur stehen Tiere vor der universellen Herausforderung, sich in ihrer physischen Umgebung zurecht finden zu müssen. Dazu müssen sie sich auf ein gewisses Wissensausmaß über die physikalische Welt, einschließlich der Eigenschaften von Objekten, verlassen können. Das Wichtigste davon ist das Gewicht: Obwohl es nicht direkt sichtbar ist, beeinflusst das jeweilige Gewicht fast jeden Aspekt unseres täglichen Lebens. Wir passen unsere Hubkräfte an, um unterschiedlich schwere Gegenstände aufzuheben, um das Gewicht neuer Gegenstände aufgrund ihres Aussehens oder Verhaltens vorherzusagen und sogar, um Gegenstände unterschiedlichen Gewichts je nach Aufgabe flexibel auszuwählen (z. B. die Auswahl eines Steins zum Beschweren einer Tischdecke an einem windigen Tag). Obwohl alle Tiere täglich mit Gewichten konfrontiert sind, wurde vermutet, dass der Mensch ein einzigartig ausgefeiltes Verständnis von Gewicht hat. Wir wissen jedoch immer noch überraschend wenig über das Verständnis dieser Eigenschaft durch andere Arten, einschließlich der Art und Weise, wie sie sich in verschiedenen Situationen zeigen könnte. Inwieweit achten andere Tiere auf das Gewicht und denken darüber nach und wo liegen hier die Grenzen? Das beantragte Projekt zielt darauf ab, das Gewichtsverständnis bei Kea (Nestor notabilis), einer hochinnovativen Papageienart, welche über ein großes Gehirn verfügt, zu untersuchen. Das Projekt analysiert diese Kapazität auf drei Schlüsselebenen und konzentriert sich darauf (i) ob und wie Kea das Gewicht von Objekten berücksichtigen, (ii) ob sie das Gewicht von Objekten ableiten, ohne sie direkt zu manipulieren, und (iii) ob sie Informationen über Gewicht zur flexiblen Problemlösung einsetzen. Die Beantwortung dieser Fragen wird Einblicke geben, wie nichtmenschliche Tiere die Objekte, mit denen sie interagieren, wahrnehmen und über sie nachdenken, und letztendlich entscheidende Unterschiede zwischen menschlichem und nichtmenschlichem Denken aufzeigen.