Verstreute Körper
Diffusive Bodies
Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
-
Dynamical Processes,
Beam-driven Dynamics,
Atomic Diffusion Models,
Disorderd and ordered Systems,
X-Ray Photon Correlation Spectroscopy,
Microscopic Properties
Tanz als Medium für Wissenschaftskommunikation zu nutzen hat sich längst bewährt: Beispielsweise hat sich die Kunstform Tanz durch den internationalen Wettbewerb Dance your Ph.D., unterstützt vom Science Magazine, durch seine Originalität und Attraktivität bezüglich adäquater Wissensvermittlung weitestgehend etabliert und über die Jahre hinweg ein zahlreiches (nicht)wissenschaftliches Publikum generiert. In diesem Wissenschaftskommunikationsprojekt wird Tanz als Kommunikationsmittel rund um das Thema Dynamik auf atomarer Ebene, entsprechend dem FWF-Projekt Diffusion in Gläsern untersucht mittels Röntgenkorrelationsspektroskopie, herangezogen. Die Eigenschaften mikroskopischer Bewegungsprozesse lassen sich besonders gut mit der Kunstform Tanz beschreiben. So können etwa anhand von mikroskopischen Bildern, wie die Interaktion zwischen Teilchen, diffundierende, sprunghafte, zitternde atomare Bewegungen, das Aufbrechen von Bindungen, zufällige oder korrelierte Bewegungen oder das abrupte oder allmähliche Entstehen von neuen geordneten oder ungeordneten Strukturen Anreize zur Entwicklung von Improvisationsthemen und einer innovativen Bewegungsästhetik sein. Die Beobachtungen dynamischer Prozesse auf mikroskopischer Ebene können sich modellhaft auf komplexere Systeme und Alltagserscheinungen auswirken, wie etwa das Wachstum von Epidemien, die Diffusion von Sprache, die Ausbreitung von Ideen, Informationen oder Wissen. Die sich daraus entwickelnde Choreografie soll abschließend in einer Veranstaltungsserie dem (nicht)wissenschaftlichen Publikum präsentiert werden. Ziel ist es ein starkes Bewusstsein für die Bedeutung und Auswirkung von dynamischen Prozessen im Allgemeinen und die des Inhalts des FWF-Projekts im Besonderen zu schaffen. Ein breitgefächertes Publikum soll dadurch generiert werden, indem mit professionellen Tänzer*innen aus unterschiedlichen Genres gemeinsam mit Studierenden der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) kooperiert wird. Die unterschiedlichen Auftrittsorte, wie etwa der Uni Campus Wien, das MUK und das Werkstätten- und Kulturhaus Wien (WUK), tragen ebenfalls zur Aufmerksamkeit einer größeren Interessensgruppe bei. Zusätzlich wird anhand von Schüler*innen-Workshops mit tänzerisch-physikalischem Zugang und durch aktive Mitwirkung der Teilnehmer*innen das Interesse der jungen Generation zu diesem naturwissenschaftlichen Thema geweckt und somit die Stärkung des Interesses an MINT-Fächern gefördert. Die enge Kooperation mit der MUKPrivatuniversität Wien trägtebenfallszurFörderung und Entwicklung dieses Wissenschaftskommunikationsprojekts bei und soll auch nach dem Projekt bestehen bleiben. Nachhaltigkeit wird zusätzlich durch das (nach dem Projekt) Weiterbeleben von Social Media Plattformen, durch das Onlinestellen von Videos der Tanzproduktion und durch die Einreichung des Wissenschaftskommunikationsstücks bei diversen Tanzfestivals garantiert.
Das Wissenschaftskommunikationsprojekt WKP161 "Verstreute Körper" richtete sich nach dem Forschungsprojekt P28232-N36 "Diffusion in Gläsern untersucht mittels Röntgenkorrelationsspektroskopie". Hierbei wurden die Inhalte dieses Forschungsprojekts mittels dem Medium Tanz kommuniziert. Es entstand eine enge Kooperation mit der Musik und Kunstuniversität der Stadt Wien (MUK). Studierende des dritten Jahrgangs des Studiengangs "Zeitgenössische Tanzpädagogik" schufen im Wintersemester 2022/23 gemeinsam mit 7, durch eine Audition ausgewählte Tänzer*innen, unter der Anleitung von Katharina Holzweber, die wissenschaftliche als auch choreografische Expertise mitbrachte, ein Tanzstück zum Thema des Forschungsprojekts. Die Aufführungen fanden am 26. und 27. Februar 2023 im großen Festsaal der Universität Wien statt. Es waren um die 500 Zuschauer vor Ort. Die Wiederaufnahme des Tanz-Physik- Stücks passierte Ende des Jahres 2023 und Anfang 2024 mit dem Ziel eine Schülervorstellung im BRG/BORG St.Pölten über die Bühne zu bringen. Am 26.2.2024 wurde das Stück im Schubertsaal des BRG/BORG für ca. 120 Schüler*innen der Oberstufe aufgeführt, die anschließend eine Tanzkritik über das Stück verfassten. Neben den Aufführungen kam es zu etlichen öffentlichen Vorträgen, Schüler*innen-Workshops und Lehrer*innenfortbildungen zum Thema Vermittlung von physikalischen Inhalten via Tanz. Durch die erwähnten Outreach Aktivitäten wurden über 1000 Menschen direkt erreicht, die sich mit der Thematik auseinandersetzten. Durch die abstrakte, tänzerische Darstellung des physikalischen Themas wurde noch mehr hinterfragt, was durch die längeren Publikumsgespräche im Anschluss der Aufführungen sichtbar wurde. Die Schüler*innen-Workshops wurden mit Feedback- Umfragen abgerundet, in denen ersichtlich wurde, dass Tanz eine sehr gute Alternative darstellen könnte physikalische Konzepte am eigenen Körper spürbar und somit nachhaltig begreifbar zu machen. Hier wurde Physik nicht nur auf die Fragen und Antworten des dazugehörigen Forschungsprojekts beschränkt, sondern u.a. ausgeweitet auf die klassische Mechanik, die sich besonders gut mit Bewegung und Tanz erfahrbar machen lässt: Kraft- und Impulsübertragung bei diversen Partnerübungen, das Konzept der kinetischen und potenziellen Energie beim Schwingen, zu Boden stürzen und wieder aufrollen, die Federkraft eines Sprungs, die Schwerkraft bei der Landung, Standfestigkeit und Gleichgewichtssinn. Dynamische Prozesse, wie Beschleunigen, gleichförmige Bewegung und Bremsen wurden aus physikalischer und tänzerischer Sicht hinterfragt. Aus physikalischer Sicht bildete die Erforschung dynamischer Prozesse auf atomarer Ebene in diversen Materialien die Grundlage unseres Forschungsprojekts. Aus tänzerischer Sicht ist die Beschäftigung mit der Dynamik in der Bewegungsausführung eines der wichtigsten Grundpfeiler im Tanzbereich. Dynamische Wechsel machen Bewegungsabfolgen nicht nur interessanter, sondern können auch Stimmungsbilder und Emotionen ans Publikum übertragen.
- Universität Wien - 100%
- Nikolaus Selimov, Musik u. Kunst Priv.-Univ. d. Stadt Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Esther Holland-Merten, Theater am Werk , nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 1 Policies
- 1 Künstlerischer Output
- 1 Disseminationen
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2023
Titel Diffusive Bodies: a transdisciplinary project between Physics and Dance Typ Influenced training of practitioners or researchers
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2023
Titel Diffusive Bodies: Physics meets Dance Typ Performance (Music, Dance, Drama, etc)
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2022
Link
Titel Full length dance piece; performed three times: twice in the ball room of the University of Vienna in front of 500 viewers; once in the BRG/BORG St.Pölten in front of around 120 students; Workshops for Students, Teacher Traning, Public Lectures Typ Participation in an activity, workshop or similar Link Link