Geschichte durch den Sucher. Pressefotografie in Österreich 1945 - 1955.
History through the Viewfinder. Press Photography in Austria 1945 - 1955.
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (25%); Kunstwissenschaften (25%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (50%)
Keywords
-
Scientific Outreach,
Cold War,
Press Photography,
Photo Journalism,
Allied Occupation of Austria,
Austrian identity
Unser Wissenschaftskommunikationsprojekt zielt darauf ab, die Ergebnisse des FWF-geförderten Forschungsprojektes `War of Pictures`. Press Photography in Austria 1945-1955 sowohl einer breiten Öffentlichkeit als auch LehrerInnen und SchülerInnen bekannt zu machen. Das seit Februar 2014 am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft durchgeführte Forschungsprojekt befasst sich mit biografischen Recherchen zu den in Österreich tätigen Pressefotografen der unmittelbaren Nachkriegszeit, von denen viele völlig in Vergessenheit geraten sind. Weiters erfolgt erstmals die Erforschung der in der Besatzungszeit in Österreich ansässigen vier alliierten Bilderdienste, die mit ihren Pressefotos unterschiedliche, teilweise entgegengesetzte Bildpolitiken betrieben. Diese werden anhand von ideologiekritischen Analysen der Bildreportagen in den fünf wichtigsten österreichischen Illustrierten der unmittelbaren Nachkriegszeit untersucht mit dem Ziel, die Bildpropaganda im Kalten Krieg zu beschreiben. Das Forschungsprojekt ist somit an der Schnittstelle zwischen Geschichte, Politik und Medien angesiedelt. Es beschäftigt sich mit einem Zeitraum, der der jüngsten Vergangenheit des Landes angehört und von zahlreichen Zeitgenossen noch unmittelbar miterlebt wurde bzw. aus Erzählungen von Angehörigen bekannt ist. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass sich eine breite Öffentlichkeit für die jüngsten Forschungsergebnisse zu dieser Ära interessiert. Zudem eignet sich dieses Projekt auf Grund seiner visuellen Ausrichtung und wegen der Einbeziehung von Oral History Interviews ausgezeichnet für die multimediale Vermittlungsarbeit an verschiedene Zielgruppen. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in mehreren Arbeitsschritten und auf unterschiedlichen Ebenen, die jeweils spezifische Zielgruppen einbinden bzw. ansprechen. Das Kernstück des Projekts bildet die Konzeption und Verwirklichung der Onlineausstellung Die österreichische Nachkriegszeit im Spiegel der Pressefotografie . Die inhaltliche Umsetzung inklusive Verfassen der Begleittexte liegt beim Team des FWF-Projektes `War of Pictures`. Press Photography in Austria 1945-1955. Für die Ausstellung sollen zusätzlich durch Studierende des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Podcasts mit ZeitzeugInnen erarbeitet werden. Die Erstellung der Podcasts erfolgt im Rahmen des Seminarprogramms Wissenschaftskommunikation des Wissenstransferzentrums OST. Zudem werden PublizistikstudentInnen unter Anleitung des Projektteams und in Kooperation mit Wikimedia Österreich Wikipedia-Beiträge zu ausgewählten PressefotografInnen und medienhistorischen Themen der Besatzungszeit erstellen. Schließlich ist auch eine kleine Wanderausstellung mit 10 transportablen Aufstellern geplant. Als wichtigste Zielgruppe neben der interressierten Öffentlichkeit möchte unser Wissenschaftskommunikationsprojekt LehrerInnen und SchülerInnen der Unter- und Oberstufe erreichen. Aus diesem Grund werden in Kooperation mit dem Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung Workshops für SchülerInnen konzipiert. Die Workshops basieren auf Arbeitsaufgaben, die durch entsprechende Recherchen in der Online-Ausstellung, den Wikipedia-Beiträgen und der verliehenen Wanderausstellung bearbeitet werden sollen. Von unserem Projektteam werden darüber hinaus themenbezogene Materialen für vorwissenschaftliche Arbeiten der Oberstufe zur Verfügung gestellt. Im Sinne von guter Wissenschaftskommunikation ist es uns wichtig, bei unserem Projekt sowohl das wissenschaftliche Projektteam und Studierende der Publizistik als auch externe Kooperationspartner und nicht zuletzt die Zielgruppen LehrerInnen und SchülerInnen aktiv einzubinden.
Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien führte von September 2016 bis Dezember 2017 unter der Leitung von Prof. Fritz Hausjell (Mitarbeit: Dr. Margarethe Szeless, Dr. Marion Krammer, Caroline Schenk Bakk, Karin Berger Bakk und Dr. Tobias Reckling von der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung der Universitität Wien) ein interdisziplinäres Wissenschaftskommunikationsprojekt durch. Mit dem Ziel, die Ergebnisse des FWF- geförderten Forschungsprojekts "War of Pictures. Press Photography in Austria 1945-1955" einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, wurden die Onlineausstellung War of Pictures. Bildkultur in Österreich 1945-1955 und Workshops für Schulen realisiert. Die inhaltliche Konzeption der Online-Ausstellung wurde von den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des FWF Projektes War of Pictures erarbeitet. Gemeinsam mit dem Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung (Mitarbeit: Prof. Alois Ecker, Mag Hana-Maria Schuschnig, Mag. Janine Mittelmayer) wurden sodann Unterrichtsmaterialien für die AHS Unter- und Oberstufe sowie weiterführende Anleitungen zum Thema für Lehrer entwickelt. Die Arbeitsblätter sowie Quizfragen zu jedem Kapitel der Ausstellung sind in die Online-Ausstellung inkorporiert. Die Kooperation mit dem Austrian Center for Digital Humanities führte zu einer benutzerfreundlichen und ansprechenden Umsetzung der Online-Ausstellung. In sieben Wiener Gymnasien wurden im Herbst 2017 erfolgreich Workshops durchgeführt, in denen die Online-Ausstellung und die Unterrichtsmaterialien verwendet wurden. Darüber hinaus wird ein Themendossier Österreichbild Bilder aus Österreich (Arbeitstitel) mit Beiträgen zu einzelnen Kapiteln der Online-Ausstellung erscheinen. Mag. Hanna-Maria Schuschnig vom Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung ist derzeit mit der redaktionellen Leitung des Themendossiers betraut. In der Online-Ausstellung War of Pictures. Bildkultur in Österreich 1945-1955 (http://warofpictures.univie.ac.at) lässt sich Zeitgeschichte im Spiegel ihrer medialen Berichterstattung erleben. Zugleich aber werden Pressebilder und ihre Inszenierung kritisch hinterfragt. Damit soll auf didaktisch ansprechende Weise Medienkompetenz für Schüler vermittelt werden. Darüber hinaus macht die Online-Ausstellung die jüngsten Forschungsergebnisse zur Bildkultur der österreichischen Nachkriegszeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
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