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Von der Hermeneutik zur Performativität

Moving from the hermeneutic to the performative

Barbara Beyer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/AR136
  • Förderprogramm Entwicklung und Erschließung der Künste
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2012
  • Projektende 30.06.2014
  • Bewilligungssumme 292.074 €

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Keywords

    Opera, Performativity, Anti-Hermeneutics, Event, The Director, The Audience

Abstract Endbericht

Der Ansatz des Projektes geht von der heute gängigen Opernpraxis aus: Analysiert man beispielsweise im Jahr 2011 verschiedene Operninszenierungen in Städten wie Graz, Berlin, Warschau und Paris, zeichnen sich schnell Gemeinsamkeiten ab, wie sich OpernregisseurInnen heute den Werken des Repertoires annähern. Die vorherrschenden Interpretationsmuster scheinen von folgenden Ansätzen geprägt: 1. einem radikalen, dekonstruierenden Denken, 2. von der Aktualisierung/Modernisierung der alten Stoffe und 3. von der Setzung starker Bildwelten. Als eine Hypothese zur gängigen Praxis lässt sich formulieren: Alle diese Herangehensweisen sind von einem hermeneutischen Ansatz dominiert, bei dem das Werk immer von einem dramaturgischen Konzept durchdrungen und auf eine bestimmte Lesart hin gedeutet werden soll. Das Konzept steht, gegenüber dem Ereignis der Aufführung, im Vordergrund. Daraus ergibt sich die zentrale Fragestellung unseres Forschungsvorhabens: Ist jenseits dieser hermeneutischen eine andere künstlerische Herangehensweise vorstellbar? Im Sinne künstlerischer Forschung soll diese Fragestellung experimentell erforscht werden. Drei Teams von jungen KünstlerInnen entwickeln zusammen mit erfahrenen KollegInnen unterschiedliche Inszenierungsansätze für ein mit Bedeutung aufgeladenes, in seinen Regie-Theater-Umsetzungen häufig diskutiertes Repertoire-Stück - "Così fan tutte" von W. A. Mozart. Zunächst werden diese Ansätze in künstlerischen Experimentier-Phasen umgesetzt, dann in drei Produktionen, die in einem Rahmen realisiert werden, der einem kleineren Opernhaus entspricht. Arbeitstreffen zur Analyse des Bestehenden und der Reflexion des Entstehenden rahmen diese praktischen Forschungseinheiten. Das Forschungsprojekt schließt an den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Thema Performativität sowie an musikwissenschaftliche Arbeiten an und will die dort bereits ausführlich behandelten Fragestellungen aus künstlerischer Sicht für die Opernbühne weiterentwickeln und fruchtbar machen. Innovative Inszenierungsstrategien sollen entworfen werden, die unterschiedliche Möglichkeiten von Performativität im Zusammenhang mit Oper ausloten, benutzen und weiter ausbauen. Die Inszenierungsarbeit wird als offener Prozess verstanden. Statt eines im Vorfeld fixierten, eindeutigen Konzepts soll die Aufführung als mehrdimensional lesbares Ereignis in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Die Entwicklung von neuen Inszenierungsstrategien zielt darauf ab, die Werke des Repertoires neu auszuloten und in Hinblick auf einen Erkenntnisgewinn für die Gegenwart zu befragen. In einem weiteren Ausblick soll eine neue Relevanz des Genres für die Gesellschaft und damit ein neues Publikum für die Oper gewonnen werden.

Oper zwischen Hermeneutik und Performativität" heißt ein Forschungsprojekt zur Erschließung innovativer Inszenierungsstrategien, das unter der Leitung der Kug- Professorin und Regisseurin Barbara Beyer (Künstlerische Mitarbeit: Roman Lemberg, wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Susanne Kogler) an der Kunstuniversität in Graz durchgeführt und vom österreichischen FWF (PEEK Fonds für Wissenschaftliche Forschung) finanziert wurde. Das Projekt war auf zwei Jahre angelegt (2012/2013). Für die Projektarbeit stellte sich als zentrale Frage, ob "Jenseits des Regie-Theaters", wie es die Musiktheater-Landschaft zurzeit prägt, andere Herangehensweisen an die Werke des Opemrepertoires denkbar sind. Das Projekt lotete vielversprechende Ansätze im Zusammenhang mit Oper aus, wie u.a. den Einsatz performativer Mittel und Techniken der Überschreibung und strebte an, sie weiter auszubauen.Nach analytischer Vorarbeit wechselten künstlerische Arbeits- und Experimentierphasen mit Arbeitstreffen, bei denen externe Mentoren mit den Studierenden in Workshops verschiedene Fragestellungen zu dem Thema diskutierten und künstlerisch-praktisch erprobten. Im August und September 2013 haben drei Regieteams je eine eigene Inszenierung von Mozarts "Cosi fan tutte" mit Gesangsstudierenden der Kug erarbeitet. Michael Hofstetter hatte die musikalische Leitung, es spielte das Grazer Orchester "recreation". Im Oktober 2013 wurden die drei Inszenierungen an die Deutsche Oper Berlin eingeladen. Ein abschließendes Symposion zur "Zukunft der Oper" an der Deutschen Oper Berlin in hochkarätiger Besetzung aus WissenschaftIerInnen, IntendantInnen und Regisseurlnnen fasste die Ergebnisse des Projektes zusammenfassen und vertiefte das Problemfeld des Themas.Die Ergebnisse sowohl der Forschungsarbeit, mit einer ausführlichen Dokumentation, sowie die Vorträge und Diskussionsrunden des Symposions sind in einem Buch "Die Zukunft der Oper" versammelt, das im Juni 2014 im Verlag "Theater der Zeit" erscheint.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Graz - 100%

Research Output

  • 1 Publikationen
Publikationen
  • 0
    Titel Die Zukunft der Oper. Zwischen Hermeneutik und Performativität.
    Typ Other
    Autor Beyer B

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