Die phänomenologische Wende
The Phenomenological Turn: From Epistemology to QM
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
- Epistemology,
- Phenomenology,
- Philosophy Of Physics,
- QBism,
- Quantum Information,
- Quantum Reconstruction
Vor hundert Jahren formulierten die Physiker Werner Heisenberg, Max Born und Pascual Jordan die ersten Grundlagen der Quantenmechanik. Bis heute prägt diese Theorie unser Verständnis von der Natur der Materie. Dennoch wird sie immer noch als geheimnisvoll oder sogar unverständlich angesehen. Im Zuge dieses Projekts soll eine phänomenologisch-erkenntnistheoretische Grundlage für das Verständnis der Quantenmechanik entwickelt werden. Ausgangspunkt sind Überlegungen von Heisenberg und insbesondere von Niels Bohr, wonach die Quantenmechanik keine Theorie ist, die beschreibt, wie sich externe Systeme in der Zeit entwickeln, sondern wie sich Information verarbeiten und Erfahrung strukturieren lässt. Auf Basis erkenntnistheoretisch-phänomenologischer Analysen, wie subjektive Erfahrung zu objektivem Wissen führen kann, soll im Rahmen dieses Projekts die Quantenmechanik als ein letztlich erkenntnistheoretisches Unternehmen neu begriffen werden. Das würde bedeuteten, dass das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Erkenntnistheorie neu gedacht werden muss. Die zentrale Frage lautet, ob Wissenschaft so verstanden werden soll, dass sie dem erfahrenden Subjekt den Formalismus an die Hand gibt, mit dem es folgende Frage beantworten kann: Ausgehend von meinen bisherigen Erfahrungen, was sollte ich erwarten als Nächstes zu erfahren? Die Arbeitshypothese lautet, dass dieser Formalismus eben genau jener der Quantenmechanik ist.
- Universität Graz - 100%
- Markus Müller, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christopher Fuchs, University of Massachusetts Boston - Vereinigte Staaten von Amerika
- Elijah Chudnoff, University of Miami - Vereinigte Staaten von Amerika
- Steven French, University of Leeds - Vereinigtes Königreich