Innovationsfähigkeit von freilebenden und gehaltenen Vögeln
Avian ingenuity: from lab to field
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Psychologie (50%)
Keywords
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Innovation,
Cognition,
Behavior,
Falcon,
Parrot
Wir leben in einer sich rasant verändernden Welt, in der die Fähigkeit, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren, wichtiger ist denn je. Innovation also das Lösen eines neuen Problems oder die Anwendung einer neuen Lösung auf eine vertraute Herausforderung ist ein besonders bedeutendes Verhalten, das es Tieren ermöglicht, sich an wandelnde Umwelten anzupassen. Von Vögeln über Fische bis hin zu Säugetieren ist Innovation im gesamten Tierreich weit verbreitet und bietet ein wertvolles Maß dafür, wie Tiere auf Veränderungen reagieren. Trotz ihrer Bedeutung wissen wir jedoch erstaunlich wenig über die zugrunde liegenden Ursachen von Innovation etwa darüber, wie sie sich zwischen Individuen und in unterschiedlichen Kontexten unterscheidet. Was macht einige Individuen innovativer als andere, und unter welchen Umständen entstehen Innovationen am ehesten? Zwei Vogelarten, die für ihre besondere Innovationsfähigkeit bekannt sind, sind der Kea, ein verspielter Papagei aus Neuseeland, und der Falklandkarakara, ein wagemutiger und neugieriger Falke von den Falklandinseln. Indem wir diesen Vögeln im Labor und im Feld neuartige Probleme stellen, können wir herausfinden, welche individuellen Merkmale Innovationskraft vorhersagen, ob sie eher in Zeiten des Überflusses oder der Knappheit gefördert wird und wie sie entsteht und sich innerhalb von Populationen verbreitet. Über ein besseres Verständnis der Mechanismen tierischer Innovation hinaus können diese Studien auch wertvolle Perspektiven für den Naturschutz bieten insbesondere, wenn es darum geht zu beurteilen, welche Tiere widerstandsfähiger sind oder stärker gefährdet sein könnten angesichts des Umweltwandels.
- Ludwig Huber, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in