Eine dekarbonisierte zirkuläre EU und der Globale Süden
CIRCEUS - A Circular Low Carbon EU and the Global South
Wissenschaftsdisziplinen
Politikwissenschaften (30%); Wirtschaftswissenschaften (70%)
Keywords
- Circular Economy,
- Material Flows,
- Decarbonisation,
- Just Transition,
- Raw material exports,
- Stakeholder Engagement
Die Europäische Union hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Die Wirtschaft soll klimafreundlich, digital und kreislauforientiert werden. Im Zentrum stehen die Dekarbonisierung des Energiesystems also der Ausstieg aus fossilen Energien und der Umstieg auf erneuerbare Quellen sowie die umfassende Wiederverwertung und effizientere Nutzung von Rohstoffen. Diese Transformation wird tiefgreifende Veränderungen beim Rohstoffbedarf Europas nach sich ziehen. Manche Materialien werden künftig weniger gebraucht, andere hingegen, auch kurzfristig, deutlich mehr. Bislang wenig beachtet wird jedoch, dass die EU viele der benötigten Rohstoffe - etwa Metalle für grüne Technologien - aus Ländern des Globalen Südens importieren muss. Diese sind häufig stark vom Rohstoffexport abhängig und stehen vor der Herausforderung, sich auf veränderte Nachfragesituationen einzustellen und zugleich die sozialen und ökologischen Folgen von mehr Bergbau zu bewältigen. Zugleich bergen die Strategien der EU nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für neue Entwicklungspfade. Hier setzt das neue Forschungsprojekt CIRCEUS an. CIRCEUS untersucht, wie sich der Rohstoffbedarf der EU durch die grüne Transformation verändern wird und welche Auswirkungen dies auf rohstoffexportierende Länder im Globalen Süden haben könnte. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen zu schaffen, damit der ökologische Wandel in Europa nicht zu neuen sozialen oder ökologischen Ungleichgewichten andernorts führt. Die Ressourcenwende der EU kann nur dann als Erfolg gelten, wenn sie auch globale Gerechtigkeit mitdenkt. CIRCEUS will dazu beitragen, dass der Wandel fair gestaltet wird durch neue Formen der Zusammenarbeit, evidenzbasierte Politikgestaltung und starke Partnerschaften, so Dr. Bernhard Tröster von der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), die das Projekt koordiniert. Das Projekt vereint ein transdisziplinäres Team aus Forschung und Zivilgesellschaft: Neben ÖFSE sind die Wirtschaftsuniversität Wien (WU), die Universität für Bodenkultur (BOKU) und das Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW-ITA) beteiligt. Ergänzt wird das Team durch die Organisationen Dreikönigsaktion (DKA) und GLOBAL 2000, die über starke Kooperationsnetzwerke in Europa und dem Globalen Süden verfügen. CIRCEUS kombiniert verschiedene methodische Ansätze: Szenarien und Modellierungen, politische Diskursanalysen und insbesondere Stakeholderbeteiligung in der EU und im Globalen Süden. Mit einem transdisziplinären Ansatz sollen unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht, Zielkonflikte identifiziert und Handlungsoptionen für eine sozial gerechtere Ressourcenpolitik entwickelt werden. Damit leistet CIRCEUS einen Beitrag zu SDG 17 (Globale Partnerschaften) und zeigt, wie Europa Verantwortung in einer globalisierten Welt übernehmen kann.
- Österreichische Akademie der Wissenschaften - 11%
- Wirtschaftsuniversität Wien - 24%
- Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung (ÖFSE) - 42%
- Universität für Bodenkultur Wien - 23%
- Anna Leitner, nationale:r Kooperationspartner:in
- Herbert Wasserbauer, nationale:r Kooperationspartner:in