Das vorliegende Manuskript beschäftigt sich umfassend mit dem Thema subjektiver Krankheitstheorien, ein
Bereich der in der klinischen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. So wurde in den letzten Jahren erkannt,
daß erfolgreiche therapeutische Strategien und Interventionen nutzlos bleiben, wenn die Mitarbeit der Patienten und
Klienten nur sehr mangelhaft ist bzw. die angebotenen Therapien von diesen generell nicht in Anspruch genommen
werden. Der subjektiven Krankheitstheorie von Patienten und Klienten, d.h. den Vorstellungen und Annahmen von
Betroffenen zu ihrer Krankheit, kommt in diesem Prozeß eine wesentliche Bedeutung zu.
Nach Erläuterung des Konzeptes der subjektiven Theorie und der subjektiven Krankheitstheorie wird der Stand der
Forschung im Bereich subjektiver Krankheitstheorien umfassend dargestellt. 132 Studien, die subjektive
Krankheitstheorien und ihre Zusammenhänge mit krankheits- und therapierelevanten Variablen untersuchten,
werden analysiert und die Ergebnisse der Analyse zusammenfassend dargestellt. Auf der Grundlage dieser
Ergebnisse wird die Bedeutung subjektiver Krankheitstheorien für eine erfolgreiche Therapie - sowohl bei
Patienten mit psychischen als auch somatischen Erkrankungen - diskutiert. Abschließend wird eine Methode
dargestellt, die zur Erhebung subjektiver Krankheitstheorien dient. Diese Methode wurde konsequent aus den
Erkenntnissen der Forschung in diesem Bereich abgeleitet und dient der differenzierten und umfassenden Erhebung
subjektiver Krankheitstheorien. Sie ist in allen Bereichen der Behandlung, Betreuung und Beratung von
psychotherapeutischen, psychiatrischen und somatischen Patienten in der alltäglichen Praxis einsetzbar und hat sich
auch in der Forschung bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern bewährt. Diese Methode wird sehr praxisnah
beschrieben, so daß dem Leser deren Umsetzung und Anwendung problemlos möglich wird. Um die Brauchbarkeit
dieser Methode auch für die Forschung zu belegen, werden darüber hinaus die Ergebnisse einer Evaluationsstudie
(Interrater-, Retest-Reliabilität) dargestellt und auf spezifische Aspekte eingegangen, die es speziell bei einem
Einsatz in der Forschung zu beachten gilt.
Das Buch richtet sich an alle Berufsgruppen, die in der Behandlung, Betreuung und Beratung von
psychotherapeutischen, psychiatrischen und somatischen Patienten tätig sind - im speziellen sicherlich an
Psychotherapeuten, Psychologen und Ärzte - sowie an Forscher in diesem Bereich.