Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Abstract
Druckkostenbeitra D 3091Um Newton. Zur Rekonstruktion eines diskursiven EreignissesLeonhard
SCHMEISER28.06.1999
Ein bisher weitgehend vernachlässigtes Kapitel der Newton-Forschung betrifft die Rezeptionsgeschichte von
Newtons Schriften. Zwar wurde zum einen vermerkt, daß die ungeheure Wirkung von Newtons theoretischer Arbeit
einhergeht mit einem so gut wie restlosen Vergessen eines Großteils dessen, was er selbst für die wichtigsten Teile
seiner Forschung hielt - Theologie, Alchemie, Chronologie -, zwar wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten der
Erfolg des Newtonianismus in verschiedenen Wissenschaftsbereichen thematisiert und problematisiert, die
historischen diskursiven Prozesse selbst jedoch, in denen Selektion und Aneigung Newtonscher Theorie stattfand,
bleiben so gut wie unbeachtet.
Die vorliegende Arbeit analysiert diese Prozesse in drei paradigmatischen Fällen:
1. Die Apotheose Newtons im Zeitalter der Aufklärung;
2. Die Auseinandersetzung zwischen Newton bzw. Newtonianern und Leibniz zu Beginn des 18. Jahrhunderts;
3. Die jahrzehntelang andauemden Bemühungen Newtons um Formulierung und Mitteilung seiner optischen
Theorie.
Für alle drei Fälle wurde versucht, die diskursive Bedingtheit sowohl im Prozeß der Wissensgewinnung, als auch in
jenem der Rezeption von Wissen herauszuarbeiten: die kommunikative Struktur theoretischer Mitteilung als
grundlegende Determinante nicht nur der Anerkennung von Theorien, sondern auch der Theoriebildung selbst
auszuweisen.