Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Abstract
Druckkostenbeitrag D 3119Polen und Österreich im 17. JahrhundertWalter LEITSCH28.06.1999
Die vorliegende Sammlung von zehn wissenschaftlichen Arbeiten entstand bei einem Treffen von polnischen und
österreichischen Historikern und einem tschechischen Kollegen, die sich alle mit der Geschichte des 17.
Jahrhunderts beschäftigen. Bei der Planung haben die Organisatoren, die auch zugleich die Herausgeber sind,
Themen ausgewählt, die für die polnische und die österreichische Geschichte von Bedeutung sind. So hat etwa der
Dreißigjährige Krieg und der fürchterlich zerstörerische Krieg in Polen in den Jahren 1655-1660 die Wirtschaft der
beiden Länder hart getroffen. Also war die Frage zu beantworten, wie schnell und auf welche Weise sich die
Wirtschaft nach den Zerstörungen wieder erholt hat. Sehr klar zeigten sich die großen Unterschiede in der
Herrschaftsideologie zwischen einer starken Monarchie und der Herrschaft des Adels, zwischen der Verherrlichung
einer Familie einerseits und der "Freiheit" andererseits. Von der recht ungemütlichen Nachbarschaft mit dem
Osmanischen Reich waren beide betroffen, hier waren es eher die Gemeinsamkeiten, als die Unterschiede, die zu
zeigen waren und sich auch zeigten. Interessant sind die Unterschiede und Parallelen bei der Verlegung der Haupt-
und Residenzstädte. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verlegte der König von Polen seine Residenz von Krakau nach
Warschau, wobei es in Polen ein wenig problematisch ist, die Residenzstadt auch als Hauptstadt zu betrachten. Der
Kaiser residierte von den siebziger Jahren des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1615 in Prag. Wie verkraftete Wien
den zeitweisen und Krakau den endgültigen Verlust der Rolle als politisches Zentrum? Wie verkraftete Prag den
Verlust? Dazu sollte ein zweiter Historiker aus Prag referieren, wie sein Kollege über die wirtschaftliche
Entwicklung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Da er erkrankte, blieb dieser Aspekt leider
unberücksichtigt.