Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
ALBANIEN,
GRIECHENLAND,
ARBEITSMIGRATION,
EMIGRATION
Abstract
Das vorliegende Werk beschäftigt sich mit der für die albanische Gesellschaft gravierendsten Erfahrung des
vergangenen Jahrzehnts: mit der Emigration bzw. Arbeitsmigration eines erheblichen Teils der Bevölkerung in
erster Linie nach Griechenland und Italien; kaum eine Familie, aus der nicht ein Mitglied vorübergehend im
Ausland lebt. Die Auswirkungen der Migrationswelle sind vielfältig: sie beeinflusst die demographische,
ökonomische und alltagskulturelle Entwicklung des Landes.
Der Band vereint alle jene Wissenschafter und Wissenschafterinnen, die sich in den letzten Jahren mit Aspekten
albanischer Migration beschäftigt haben und repräsentiert ein erstes wissenschaftliches Zwischenergebnis. Er
besteht aus zwei Teilen. Der erste behandelt allgemeine Aspekte: die demographische Entwicklung im vergangenen
Jahrzehnt, der Einfluss der italienischen Medien auf Migrationsverhalten, Migrationsstrategien, Identitätsfragen.
Der zweite Teil präsentiert die Ergebnisse eines Feldforschungsaufenthalts im Süden des Landes im Sommer 1998,
die der Antragsteller zusammen mit AnthropologInnen und HistorikerInnen durchgeführt hat. Er zeigt die
unterschiedlichen und parallelen Auswirkungen der Migration in zwei unterschiedlichen dörflichen Kontexten:
Fterra, ein muslimisches Dorf, Corraj ein christlich-orthodoxes. Die unterschiedliche Religionszugehörigkeit
bedingt unterschiedliche Migrationsstrategien nach Griechenland. Während orthodoxe Christen relativ leicht Visa
und Aufenthaltsgenehmigungen bekommen, ist bei Muslimen häufig ein Religions- und Namenwechsel die Folge
oder deren Voraussetzung. Aussterbende Dörfer, Jugend, Selbst- und Fremdbilder, das Visum, Namenwechsel
sowie historische Migrationsmuster sind die Themen des zweiten Teiles.
Der Antragsteller ist Professor für Südosteuropäische Geschichte an der Universität Graz, die Mitherausgeber sind
auf albanische Studien spezialisiert: Robert Pichler an der Universität Graz, Stephanie Schwandner an der
University of London.