Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Ziel des "Ortsnamenbuches des Landes Oberösterreich" ist die namenkundlich-sprachwissenschaftliche
Erschließung sämtlicher amtlicher Ortsnamen Oberösterreichs in 11 Bänden und einem. Einleitungsband. Die
Gliederung erfolgt nach den Politischen Bezirken und den nunmehr volkstümlichen Vierteln. In jedem Band wird,
nach Gerichtsbezirken und innerhalb dieser nach Gemeinden in geographischer Folge von West nach Ost und von
Süd nach Nord angeordnet, um die innerhalb einer Gemeinde alphabetisch gebotenen Ortsnamen einigermaßen im
natürlichen räumlichen Zusammenhang zu behandeln. Insgesamt werden gegen 16.000 amtliche Ortsnamen des
Landes nach dem Ortsnamenverzeichnis von 1982 untersucht.
Die Untersuchung eines jeden Ortsnamens erfolgt auf der Grundlage seiner urkundlichen Überlieferung seit dem
Mittelalter und der rezenten Dialektaussprache. Im einzelnen werden Namentyp, Namenbildung, Etymologie und
lautlich-formale Weiterentwicklung bis zur Gegenwart festgestellt. Die benützte vorhandene Literatur wird jeweils
vermerkt. Das Namenmaterial eines jeden Bandes erschließen weiters ausführliche Register der Namentypen, der
in. ihnen enthaltenen Personen- und Familiennamen sowie der Appellativa. 32 Karten veranschaulichen die
Verbreitung der Namentypen im Raum.
Der vorliegende 7. Band behandelt das südöstliche Traunviertel mit den drei Politischen Bezirken Kirchdorf an der
Krems, Steyr-Land und Steyr-Stadt und weist insgesamt 997 Ortsnamen in 45 Gemeinden auf. Die Anzahl von
Ortsteilen pro Gemeinde schwankt zwischen 1 (Kirchdorf) und 98 (Pettenbach). Auffällig sind hier die
althochdeutschen Namentypen bloß am Nordrand, während das übrige Gebiet zahlreiche eingedeutschte Ortsnamen
slawischer Herkunft aufweist. Ihre Eindeutschung erfolgte auf Grund lautlicher Kriterien bereits seit
althochdeutscher Zeit von der 2. Hälfte des 8. bis ins 11./12. Jh. Der dialektale Lautstand der Ortsnamen liefert
auch Einblicke in die Dialektgeschichte des Raumes, zumal einzelne Ortsnamen Reliktlautungen bewahren, die
ansonsten durch Neuerungen beseitigt wurden. Pflanzen- und Tiernamen und örtlich motivierte Bezeichnungen
geben auch Einblicke in die älteren, heute nicht mehr anzutreffenden landschaftlichen Verhältnisse wie auch
einzelne volkskundliche Phänomene zu Tage treten.