Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Byzanz als zentralistischer Staat hat das Geschehen in seinen einzelnen Reichsteilen meist selektiv aus der Sicht der
Hauptstadt dokumentiert. Die Geschichte der einzelnen Provinzen - auch in ihrer Interkommunikation - wir für die
Wissenschaft nur anhand weniger Schriftquellen faßbar, zu denen ergänzend archäologisch-numismatisches
Material (auch Siegel und Inschriften zu treten hat.
Vorliegende Habilitationsschrift will die (wechselseitigen) Entwicklungen auf der Peloponnes und Sizilien während
der mittelbyzantinischen Zeit darstellen, in der die slawische Landnahme auf dem Balkan und die arabischen
Eroberungszüge diese Regionen wesentlich prägten. Ein in seiner Wertigkeit bisher umstrittener Textzeuge, die
Chronik von Monembasia, wird in der Überlieferung, den Quellen und Parallelen untersucht und erweist sich als
mehrfach. ergänzte, zu verschiedenen Zwecken adaptierte, gleichwohl zuverlässige Hauptquelle, so auch für die
Migration -von griechischen Lakoniern nach Nordostsizilien (7. Jahrhundert), wo sie die Siedlung Demenna
begründeten, deren Schicksal noch über Jahrhunderte anhand arabischer, hebräische, und normannisch-griechischer
Zeugnisse, auch materieller Art (Seidenherstellung) verfolgbar ist, ehe die Ortsbezeichnung um 1100 zum
Territorialnamen wird. Eine vergleichender Analyse der Schriftevidenz und der denkmalmäßigen Gegebenheiten
ermöglicht es, die ursprüngliche Siedlung mit dem heutigen San Marco d`Alunzio (Provinz Messina) zu
identifizieren, dessen mittelalterliche Bedeutung (etwa als frühe Residenz der Normannen) erstmals im Längsschnitt
aufgearbeitet wird.