Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Europäische Perspektiven
Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Europäische Perspektiven
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (100%)
Keywords
-
PSYCHOANALYSE,
PSYCHOAN. EMP. FORSCHUNG,
WISSENSCHAFTSTHEORIE,
NEUROWISSENSCHAFTEN,
KOGNITIONSWISSENSCHAFTEN,
ERKENNTNISTHEORIE
Die Untersuchung der Entwicklung der psychoanalytischen Theorie des Mentalen steht im Mittelpunkt meines interdisziplinären Hertha-Firnberg Projektes "Freuds Theorie des Mentalen" und dieser Sammelband erarbeitet und präsentiert den Zusammenhang zwischen der vielfach noch unbekannten empirischen psychoanalytischen Forschung und der Überprüfung und Entwicklung der psychoanalytischen Theorie des Mentalen. Das Bedürfnis nach empirischen Daten und die Beschäftigung mit experimenteller Forschung hat die Psychoanalyse dazu angeregt, den Dialog mit den benachbarten experimentellen Wissenschaften wie den Neuro- und den Kognitionswissenschaften zu suchen. Dieser Band ist Ausdruck einer kontinuierlichen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen WissenschaftlerInnen, die ich aufgrund meines Projektes angeregt habe. Diese Sammlung beinhaltet Originalbeiträge auf höchstem Niveau: 1. Einleitung 1.1 Wilhelm Burian, Aktuelle Veränderungen der Psychoanalyse durch die empirische psychoanalytische Forschung: politische und soziologische Reflexionen eines Psychoanalytikers 2. Empirische Theorien des Mentalen und Philosophie 2.1 Hans-Dieter Klein, Zur Philosophie der Psychologie 2.2 Patrizia Giampieri-Deutsch, Die psychoanalytische Theorie des Mentalen und die analytische Philosophie des Geistes 2.3 Achim Stephan, Philosophische Probleme der interdisziplinären Forschung der Psychoanalyse mit den empirischen Wissenschaften 2.4 Martin Kurthen, Philosophische Probleme der interdisziplinären Forschung der Psychoanalyse mit den Kognitionswissenschaften 2.5 Olaf Breidbach, Eine philosophiegeschichtliche Kritik der neurowissenschaftlichen Theorien des Mentalen 3. Theorien des Mentalen in der Psychoanalyse und den Neurowissenschaften 3.1 Dietrich Lehmann, Die neurowissenschaftliche Theorie des Mentalen am Beispiel des Zustands-Wechsel- Modells des Gehirnes 3.2 Martha Koukkou und Elisabeth Bräker, Die neurowissenschaftliche Theorie des Mentalen und ihre Auswirkung auf die psychoanalytische Theorie des Mentalen am Beispiel des Zustands-Wechsel-Modells des Gehirnes 3.3 Wolfgang Berner, Zu den empirischen Ergebnissen der Neurowissenschaften und ihren Auswirkungen auf die Theorie des Mentalen und die Theorie der Technik der Psychoanalyse 3.4 Mauro Mancia, Methodologische Unterschiede zwischen der neurowissenschaftlichen und der psychoanalytischen Traumforschung 4. Theorien des Mentalen in der Psychoanalyse und den Kognitionswissenschaften 4.1 Giselher Guttmann, Zur kognitionswissenschaftlichen Theorie des Mentalen 4.2 Rolf Pfeifer und Marianne Leuzinger-Bohleber, Die kognitionswissenschaftliche Theorie des Mentalen und ihre Auswirkung auf die psychoanalytische Theorie des Mentalen am Beispiel des Gedächtnisses 5. Psychoanalyse und psychoanalytische empirische Forschung 5.1 Rainer Krause, Psychoanalytische Affektforschung: Anwendungen auf die psychoanalytische klinische Arbeit 5.2 Anna Ursula Dreher, Psychoanalytische Konzeptforschung versus psychoanalytische empirische Forschung 5.3 Erhard Mergenthaler, Psychoanalytische Prozeßforschung: Das Therapeutische Zyklusmodell zur Untersuchung der Emotion und der reflektierenden Abstraktion 5.4 Friedemann Pfäfflin, Psychoanalytische Prozeßforschung: Demonstration des Therapeutischen Zyklusmodells im Rahmen der psychoanalytischen klinisichen Arbeit In rasantem Tempo verändert sich das Bild der zeitgenössischen klassischen Psychoanalyse (vgl. Burian), die durch Intensivierung der psychoanalytischen empirischen Forschung (vgl. Krause, Leuzinger-Bohleber, Mergenthaler, Pfäfflin) und durch interdisziplinäre Untersuchungen zunehmend an einem solideren wissenschaftlichen Status arbeitet (vgl. Giampieri-Deutsch, Stephan, Kurthen). Die verstärkte Kooperation mit den experimentellen Wissenschaften wie den Neuro- (vgl. Koukkou, Lehmann, Berner, Mancia) und den Kognitionswissenschaften (vgl. Leuzinger-Bohleber, Pfeifer, Guttmann, Kurthen) ermöglicht nicht nur ein theoretisches Wachstum in Richtung einer allgemeinen Theorie des Mentalen, vielmehr wirken sich die Forschungsergebnisse der interdisziplinären Zusammenarbeit auch auf den klinischen Alltag fruchtbar aus (vgl. Berner, Leuzinger-Bohleber, Pfäfflin). Der durch den "mentalistic turn" erweiterte Rahmen der analytischen Philosophie ermöglicht erneut die traditionellen "metaphysischen" Fragestellungen nach dem Bewußtsein, nach dem "Leib-Seele-Problem" etc.: die Antworten darauf werden von den Ergebnissen der empirischen Wissenschaften erwartet, die sich ihrerseits vor diesen "letzten Fragen" nicht mehr scheuen. Die analytische Philosophie des Geistes wird damit zum Forum der experimentellen Disziplinen und könnte sogar zu einem Verbündeten der Psychoanalyse avancieren (vgl. Giampieri-Deutsch, Klein, Stephan). Dieser Sammelband läßt die Protagonisten dieser Entwicklungen im kontinentaleuropäischen Raum sowie die scharfsinnigsten Beobachter (vgl. Klein, Breidbach, Dreher, Guttmann) dieser Umwälzungen zur Sprache kommen, um den "state of the art" der aktuellen Psychoanalyse in einem komplexen Porträt zu verbildlichen.
- Universität Wien - 100%