Die älteren Urkunden des Klosters S. Maria zu Aquileia
Die älteren Urkunden des Klosters S. Maria zu Aquileia
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Edition,
Urkunden,
Friaul,
Aquileia,
Hochmitttelalter,
Benediktinerinnen
Das Benediktinerinnenkloster S. Maria zu Aquileia ist eine der ältesten und zugleich eine der bedeutendsten kirchlichen Institutionen des mittelalterlichen "Staates" der Patriarchen von Aquileia. Die erhaltene urkundliche Überlieferung ist weit verstreut und spiegelt in beachtlichem Maß die besonderen Verhältnisse jener in Europa einzigartigen Übergangs- und Kontaktzone, in der sich romanische, germanische und slawische Traditionen überlagern. Die zwei Klöster des Konvents, eines im habsburgischen Aquileia, eines im venezianischen Cividale, und die infolgedessen zweimalige Aufhebung haben emblematischen Charakter. Von den älteren Urkunden des Klosters sind der Forschung zwar schon viele bekannt, aber der erste Augenschein trügt: Von den 178 Nummern der hier vorliegenden Ausgabe sind wohl 114 schon in irgendeiner Form ediert und 15 weitere im Regest bekanntgemacht worden. Viele von diesen Drucken stammen aber aus dem 18. oder aus dem frühen 19. Jahrhundert und entsprechen bei weitem nicht den heutigen Anforderungen. Was seit 1960 erschienen ist, findet sich zu etwa drei Vierteln in ungedruckten akademischen Thesen. Auch diese sind editorisch zumeist unzureichend, vor allem aber sind sie ungleich schwerer zugänglich als die archivalischen Überlieferungen selbst, und insofern sind sie kaum als "Publikation" zu werten. Man darf sagen, daß für zwei Drittel der hier vereinigten Urkunden eine Edition bzw. Neuedition dringend notwendig ist. Die Neuerungen gegenüber dem bisher gegebenen Forschungsstand liegen für die Zeit bis etwa 1200 vor allem in der urkundenkritischen Neubewertung bzw. in der Berichtigung chronologischer Ansätze, für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts vor allem in der Bereitstellung von bisher unbekanntem Material. Die vorliegende Edition ist das Haupt-Ergebnis eines vom FWF geförderten Forschungsvorhabens (Projektnummer P14518-AWI). Sie ist als zweiter Band der "Vorarbeiten zu einem Urkundenbuch des Patriarchats Aquileia" konzipiert. So freundlich der erste Band (er betrifft die älteren Urkunden des Klosters Moggio) von der Fachwelt aufgenommen worden ist, so war doch eine seiner Eigenheiten Gegenstand wiederholter Kritik, nämlich das Prinzip, bereits edierte Urkunden nur in Regestform zu bieten. Diesem Einwand wurde in der vorliegenden Ausgabe Rechnung getragen. Aus der Einbindung der vorliegenden Edition in ein größeres Unternehmen ergab sich zugleich die Mitte des 13. Jahrhunderts als zeitliche Grenze. Die Edition wird durch Darstellungen der über das Kloster bereits vorliegenden Forschungen, zur Überlieferungsgeschichte, zum Charakter der Rechtsgeschäfte und zu Aussagen der Urkunden von allgemeiner Bedeutung, zu den Besitzkatalogen in den Gesamtbestätigungen und zur Diplomatik der klösterlichen Urkunden ergänzt. Der Inhalt der Edition wird durch ein Register der Orts- und Personennamen sowie durch ein auch die Phrasen der zeitgenössischen Rechtssprache erschließendes Wortregister erschlossen.