Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
Bergbau und Aufbereitung,
Edelmetall,
Alltagsleben,
Schmiedewesen
Abstract
In der Arbeit werden die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im spätmittelalterlich/frühneuzeitlichen
Edelmetallbergbaurevier Bockharttal im Gasteiner Tal, Bundesland Salzburg vorgelegt. Als Fallstudie wird der
Weg des Erzes vom Abbau unter Tage bis zum Abtransport ins Tal verfolgt. Die Schwerpunkte der
archäologischen Ausgrabungen sind eine dreiphasige Berghausgruppe mit einer zentralen Bergschmiede und eine
Erzaufbereitungsanlage. Die archäologischen Befunde gestatten die Rekonstruktion der Wohnverhältnisse der
Bergknappen ebenso wie die Arbeitsweise des Bergschmiedes und die Stufen der Erzaufbereitung. Die
gleichzeitige Verwendung eines einfachen Pochwerkes und einer Erzmühle, die die Vorstufe des Übergangs von
Erzmühlen zu Pochwerken darstellt, konnte erstmals archäologisch nachgewiesen werden. Die Befunde und das
Fundmaterial sind in ihrer Gesamtheit vorgelegt. Von großer Bedeutung ist der Eisenfundkomplex aus der
zentralen Bergschmiede, der den größten bekannten Fundkomplex von Bergbauwerkzeugen und Geräten aus der
Zeit des Georg Agricola darstellt. Bei der Aufarbeitung dieses sehr umfangreichen Fundmaterials kamen
statistische Methoden zur Anwendung. Dabei wurde erstmals eine Methode zur Bearbeitung montanspezifischer
Funde (in der Hauptsache Schmiedeschlacken) ausgearbeitet. Sämtliche im Bockharttal vorhandenen Relikte des
historischen Bergbaus sind dokumentiert. Naturwissenschaftliche Untersuchungen an ausgewählten Fundstücken
bilden eine wichtige Ergänzung. Die Rolle der geophysikalischen Prospektion in der Vorbereitung der
Ausgrabungen, aber auch in der Interpretation nicht ausgegrabener Fundstellen ist ausführlich dokumentiert.
Einleitende Kapitel behandeln die Geologie des Untersuchungsgebietes und die Geschichte des Bockharttales
anhand der schriftlichen Überlieferung.
Die Bergtechnik, die Arbeitsweise des Bergschmiedes, das Transportwesen und das tägliche Leben der Bergleute
des 16. Jahrhunderts werden anhand zeitgenössischer Quellen und der Ergebnisse der archäologischen
Untersuchungen anschaulich dargestellt.
Ein ausführliches Glossar bergmännischer Fachausdrücke beschließt die Arbeit.