Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Abstract
Der Band steht in Verbindung mit dem FWF Projekt P14853 "Ethnographie - Gender-Perspektive -
Antikerezeption". Sein Ziel ist es, antike Ethnographie, die Gender-Perspektive und die aktuelle methodologische
Diskussion miteinander in Verbindung zu bringen. Zu diesem Zweck wurde, getragen von den Mitarbeiterinnen an
dem genannten FWF Projekt, vom 5.-8. 3. 2003 an der Universität Innsbruck ein Workshop mit dem Titel
Frauenbild und Geschlechterrollen bei antiken Autoren der römischen Kaiserzeit veranstaltet, bei dem mehrere
Fragestellungen behandelt wurden.
Die Hauptintention der Workshops bestand darin, die theoretische Methoden-Diskussion der "Postmoderne", aber
auch die mit dieser Diskussion eng verknüpfte theoretische Diskussion des Feminismus in direkte Verbindung mit
der Praxis der täglichen Forschungsarbeit zu bringen. Weil es eine der das Projekt leitenden Thesen ist, daß die
Eigenständigkeit eines Autor bzw. seines Textes durch den synchronen und diachronen Vergleich eruierbar und
nicht bloß als Teil eines Diskurses` wahrzunehmen ist, wurden derartige Studien von den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern erwartet. Der vorliegende Band bietet die auf der Basis der und der anschließenden Diskussionen
formulierten Beiträge.
Der chronologische Schwerpunkt liegt vor allem auf der römischen Kaiserzeit. Im ganzen erfassen die Beiträge
jedoch einen Zeitraum vom 5. Jh. v. Chr. bis ins 6. Jh.
Das so chronologisch erfasste Spektrum wird in einer systematischen Gliederung dargeboten. Auf eine
methodologisch orientierte Einleitung (C. Ulf, K. Schnegg) folgt ein erster Abschnitt, in dem sich 5 Beiträge mit
den Grundlagen und Formen der Texte und der Textlektüre befassen. Die gewählten Beispiele reichen von
Augustinus über die archäologische Beispiele bis zum modernen Film. Im zweiten Abschnitt steht die Frage
Historische Realität(en) im Text im Mittelpunkt der 7 Artikel. Attische Demokratie, die augusteische Progaganda
und Autoren von Cornelius Nepos bis zu Synesios von Kyrene werden behandelt. Im dritten und letzten Abschnitt
Textebenen und Bilder der Geschlechter kommt der ethnographische Aspekt ebenso zur Sprache wie die
Perspektive einzelner Autoren von Tacitus bis zu Ennodius.
Der Band benennt verschiedene Betrachtungsweisen und Zugangsmöglichkeiten zu den Texten, indem der als
legitim hervorgehobene Blick auf die historischen Realitäten von jenem auf die Textebenen und die damit
verknüpften Vorstellungen der Autoren bzw. der Texte bewußt separiert wird.