Religion durch Medien
Religion and Media
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Media activities of the church,
Media-Religion,
Media
Religion ist heute breit in den Medien gesellschaftlich präsent. Dabei gewinnen - neben Kirche(n) in den Medien - zunehmend von den Medien selbst "produzierte" Formen von "Religion an Bedeutung. Die Arbeit leistet angesichts dieser Herausforderungen der (post-)modernen Mediengesellschaft eine theologische Standortbestimmung. Angelehnt an den Dreischritt "Sehen - Urteilen - Handeln" geht sie von einer Bestandsaufnahme aus, die einerseits die kirchliche Medien-Situation und andererseits die Entwicklungen im Medienbereich thematisiert. Sie entwickelt anschließend Konturen einer theologischen Hermeneutik, die einerseits der Breite der Phänomene und des kirchlichen Engagements gerecht werden will, andererseits in den einzelnen Zusammenhängen gültige Kriterien einer konstruktiv-kritischen theologischen Aufarbeitung anbietet. Das erste Kapitel ist erster Teil der Situationsanalyse, der den kirchlichen Bereich betrachtet. Es nimmt nicht nur das praktische Medienengagement der Kirche in den Blick, sondern vor allem auch seine theoretisch- "ideologische" Grundlegung in den lehramtlichen Aussagen nach dem Vaticanum II. Das zweite Kapitel - als zweiter Teil der Situationsanalyse - charakterisiert die in und durch die Medien entstehende "Religion". Dazu beschreibt es zunächst grundlegende "religionsproduktive" Tendenzen der (Post- )Moderne. Nach der Einführung eines "funktionalen" Religionsbegriffs, der notwendig ist, um die medialen "religiösen" Phänomene "handhabbar" zu machen, wendet es sich konkreten Erscheinungen des "Medienreligiösen" zu, die es in einzelnen Beispielen analysiert. Angesichts der in den ersten beiden Kapiteln dargestellten Fragen und Aporien - die sowohl den kirchlichen Bereich als auch die "Medienreligion" betreffen - ergibt sich das Desiderat einer theologischen Hermeneutik, die - wie oben schon angesprochen - der Breite des Befunds, aber auch den zentralen Anliegen der christlichen Botschaft gerecht zu werden vermag. Das dritte Kapitel stellt sich dieser Herausforderung. Es greift dazu auf den Ansatz einer "theonomen Kultur" von Paul Tillich zurück. Weiterhin verwendet es - nach einer Schilderung der mimetischen Grundstruktur menschlichen Handelns - die Unterscheidung zwischen Mythos und Offenbarung, die René Girard vorlegt. In einer Zusammenschau und Fortführung der Anliegen Tillichs und Girards werden dann Konturen einer Kriteriologie entwickelt, welche die verantwortete Reflexion sowohl des kirchlichen Medienengagements - in seinen Grundlagen und seiner Praxis - als auch der "medienreligiösen" Phänomene ermöglicht. Die Aufgabe, diese Vorgaben in Reflexions- und Handlungsperspektiven umzusetzen, übernimmt das vierte Kapitel. Dabei geht es einerseits um die aus der theologischen Systematisierung resultierende ekklesiologische Grundhaltung, aber auch um den Versuch, diese auf die in der vorliegenden Arbeit dargestellten Bereiche und Phänomene anzuwenden sowie Reflexions- und Handlungsempfehlungen auszusprechen.