In Burg und Stadt
In Castle and Town
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Carniola,
Castles,
Styria,
Nobility,
Prosopography
Der Band zeichnet ein umfassendes Bild des Adels und seiner Herrschaften vom 13. bis 15. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Slowenien, in dem bis zur Etablierung und Festigung der habsburgerischen Herrschaft im Laufe des 14. Jahrhunderts verschiedene Mächte konkurrierten. Während in Bayern und Kärnten mächtige Dynasten des Hochmittelalters ausstarben und die weltliche Macht des hohen Klerus, allen voran der Patriarchen von Aquileia, zurückging, erwuchsen den Habsburgern gegen Ende des untersuchten Zeitraums in den Grafen von Cili neue Konkurrenten. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in der Geschichte des Niederadels wider. Die Betrachtung zweier Länder, des historischen Krain und der benachbarten südlichen Teile des Herzogtums Steiermark , ermöglicht den Vergleich von Geschichte und Struktur der durch verwandtschaftliche und rechtliche Beziehungen vielfach untereinander verbundenen Adelsgruppen. In zwei umfgangreichen Abschnitten werden der Großteil der Burgen beider Regionen und der nach ihnen benannten bzw. auf ihnen lebenden Familien des ministerialischen und rittermäßigen Niederadels katalogmäßig erfasst. Dabei werden die Genealogien der Familien aufgearbeitet und in über 70 Stammtafeln überschaubar gemacht, Abbildungen von etwa 150 Siegeln beigegeben, die jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschildert und soweit möglich, Angaben zur Baugeschichte der Burgen wie auch gelegentliche Einblicke in das Leben auf ihnen un in den Städten, in denen sich der Adel ebenfalls niederließ, geboten. Ein dritter Abschnitt wertet die so gewonnenen Informationen systematisch und zusammenfassend aus. Er behandelt vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung die Beziehungen der Adeligen und Ministerialen zu den Herrenfamilien, die Bedeutung und die Rechtsformen des Besitzes von Burgen und die angewandten Strategien, sie zu erwerben und zu behaupten, das soziale Geflecht des Niederadels und seine immer wichtiger werdenden Beziehungen zu den Städten. Der Wandel dieser Verhältnisse im behandelten Zeitraum und die Unterschiede zwischen den Ländern werden herausgearbeitet. Die Prägung durch die lokalen Verhältnisse wird ebenso deutlich wie die internationale Verflechtung, die auch dem Niederadel eigen war, herbeigeführt vor allem durch die oft aus anderen Ländern stammenden Herrenfamilien und die wechselnden Fürstendynastien - zuletzt die Habsburger - wie auch die Kirche als Herrschafts- und Kulturträger, die ihren Ministerialen und Vasallen größere Perspektiven in der Adelswelt des späten Mittelalters eröffnen konnten.
- Institut für Österreichische Geschichtsforschung (seit 01 Jan 2016 Univ Wien) - 100%
- Dusan Kos, assoziierte:r Forschungspartner:in