Der malerische Landschaftspark in Laxenburg
Der malerische Landschaftspark in Laxenburg
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Keywords
-
Gartengeschichte,
Geschichte der Landschaftsentdeckung,
Aufklärung,
Romantikgeschichte,
Französische Epoche,
Landschaftsparkanlagen
Neben dem Schönbrunner Schlossgarten gehörte der Laxenburger Park bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu den bedeutendsten imperialen Anlagen und auch zu den Perlen der österreichischen Gartenkunst. Diese beide bildeten jeweils einen integrierenden Bestandteil von zwei Residenzen für den Frühling und für den Sommer. Das herrschaftliche Natur- und Kunstverständnis schmolz hier entsprechend der Stilauffassung der Epochen zu einem jeweiligen großartigen Ensemble von Gebäuden und Grünanlagen zusammen. Der Laxenburger Park hat eine lange bis zum 14. Jahrhundert zurückgehende Geschichte. Zuerst wurde hier ein Jagdpark, dann allmählich ab dem frühen 18. Jahrhundert und insbesondere ab 1750 ein mit geometrischen Schneisen und Lustgärten gegliedertes großräumiges Ensemble für die Kaiserin Maria Theresia und den Kaiser Franz Stephan von Lothringen geschaffen. Kaiser Joseph II. leitete die Modernisierung des Parks im Sinne der in Europa damals üblichen "englischen" Gärten um 1782 - 83 ein (der Kieler Philosoph Hirschfeld lobte Laxenburg als Zeugnis der kaiserlichen Naturliebe schon 1785). In der frühen Regierungszeit von Kaiser Franz II. in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts wurden hier auf Initiative der Kaiserin Marie Therese aus Neapel kuriose Staffagebauten errichtet, die den Geist der frühen Romantik und der Aufklärung ausgedrückt haben ("Haus der Laune"). Ab 1798 entstand im Park der sog. "Rittergau" mit der Franzensburg, die zum Zentrum einer großen malerisch und landschaftlich gestalteten Teichlandschaft wurde. Außer dem Kaiserpaar spielte hier der Schloss- und Gartenhauptmann Michael Riedl eine wichtige Rolle, der bis 1849 für die Weiterentwicklung des Parks verantwortlich war. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Laxenburger Park nicht nur ein Erholungsort der Wiener Bevölkerung (und so ist er es heute noch), sondern auch ein patriotisches Gelände für die Vaterlandsliebe unter der Ägide der in den Napoleonischen Kriegen verunsicherten Habsburger-Dynastie und ein Lernort für Naturkunde. Im geplanten Buch bekommt der Leser erstmals eine detaillierte Geschichte der Gesamtanlage seit dem 18. Jahrhundert bis 1918, die auf einer systematischen Erforschung von vielen noch unveröffentlichten bildlichen und schriftlichen (archivalischen) Quellen basiert, überdies eine kunstgeschichtliche Ableitung des Rittergaus aus dem europäischen Vergleichsmaterial sowie die Analyse des Phänomens "Malerisch" (picturesque"). In weiteren Kapiteln findet man eine Kulturgeschichte des Prinzips "Laune" und eine eingehende Darstellung der Rolle der Kaiserin Marie Therese im Kulturleben des damaligen Wiens, eine gründliche Bestandsaufnahme der Bepflanzung und ausführliche Archivregesten von 1750 bis 1918. Eine mit diesem Vorhaben vergleichbare Parkmonographie zu Laxenburg existiert noch nicht, obwohl die Grünanlage die zentrale Idee für die Architekturen und das Verbindungsglied zwischen den hier stehenden Bauwerken ist.